Die Christen im Hegau feierten Weihnachten als Fest der Freude und der Familie. Unter dem Christbaum, bei gutem Essen, im Kreis der Lieben und in den zahlreichen feierlichen Gottesdiensten und Kinderkrippenfeiern. „Das Weihnachtsfest will uns keine heile Welt vorgaukeln, sondern uns Hoffnung schenken. Durch Gottes Menschwerdung möchte er alles Dunkel erhellen und uns sagen: Ich, der menschgewordene Gott, achte auf dich!“, lautete die Kernbotschaft der Weihnachtspredigten von Dekan Matthias Zimmermann. Er sprach dabei nicht nur schöne Worte aus, sondern gab Menschen Worte mit einem tragfähigen Inhalt mit auf den Weg – auch denen, die sich im Hospiz Horizont im Sterben befinden.

Jugendkantorei begeistert mit Musical

Viele Kirchenvertreter wählten Musik, um die weihnachtliche Botschaft zu verkünden und das Fest zu feiern. Die Jugendkantorei Aachtal unter Leitung von Sven Mendel begeisterte zum Beispiel an Heilig Abend in Arlen und kurz darauf in einer weiteren Aufführung in Überlingen am Ried das Publikum mit dem Musical „Stern über Bethlehem“. Gefühlvoll, unterhaltsam und familiengerecht präsentierten die jungen Darsteller die Weihnachtsgeschichte.

Umstände wie zu Mozarts Zeiten: Pauken und Trompeten nur an Feiertagen

Auch am ersten Weihnachtsfeiertag stand im Festgottesdienst in der Kirche Herz Jesu die Musik im Mittelpunkt. Zum einen mit der C-Dur Orgelsolomesse von Wolfgang Amadeus Mozart mit Vokalisten der Tonwerkstatt, einem Instrumentalensemble der Herz-Jesu-Kirche und den Solisten Blanca Esther Moreno (Sopran), Anna Welte (Alt), Noriaki Yamamura (Tenor) und Adrian Brenneisen (Bass) unter Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Georg Koch. Mozart hätte ebenso wie die zahlreichen Gottesdienstbesucher seine Freude an der feierlichen Messe gehabt. Denn ähnliche Aufführungsbedingungen könnte auch Mozart seinerzeit gehabt haben. Die C-Dur-Messe, Köchelverzeichnis 259, war Ende des 18. Jahrhunderts entstanden. Das war eine Zeit, in der Pauken und Trompeten nur an Feiertagen gestattet waren.

Kirchenmusikdirektor Georg Koch, Solisten, Vokalisten der Tonwerkstatt und ein Instrumentalensemble führten Mozarts Orgelsolo-Messe in der Kirche Herz Jesu in Singen auf.
Kirchenmusikdirektor Georg Koch, Solisten, Vokalisten der Tonwerkstatt und ein Instrumentalensemble führten Mozarts Orgelsolo-Messe in der Kirche Herz Jesu in Singen auf. | Bild: Sandra Bossenmaier

Aufgrund der zu Mozarts Werken vergleichbaren kurzen Messe blieb Pfarrer Jörg Lichtenberg mehr Zeit für eine Predigt über das allererste Weihnachtslied „Gloria in exelsis Deo“. Von den Engeln in der heiligen Nacht gesungen, wird darin die Nachricht des neu geborenen Jesus an die Hirten übermittelt.

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Lobpreis am besten nicht nur zum Kirchgang

Pfarrer Lichtenberg deutete die biblischen Worte des Gloria. Dabei ginge es Gott um die Menschen, die seine Gnade empfangen würden. Den im Lied folgenden Lobpreis, der überall und allezeit und in all unseren Dimensionen sei, verglich der Pfarrer mit einem Kittel, den man nicht nur am Sonntag zum Kirchgang anziehen und nach Verlassen des Gottesdienstes nicht wieder ausziehen solle. Einen solchen Kittel solle man immer tragen und in diesem den sonntäglichen Gottesdienst mit einem gefüllten Tank verlassen. Von diesem spirituellen Tank könne man in der Woche zehren, um ihn am folgenden Sonntag wieder aufzufüllen.

Gott wolle weder einen Thron, einen Kniefall noch Erniedrigte, interpretierte Lichtenberg eine andere Textzeile. Gott hätte Jesus auf Augenhöhe der Menschen geschickt. Jeder Mensch sei unendlich wertvoll, jeder würde sein Gramm Gold und einen Funken Gott in sich tragen. Ein Funken, der in den Menschen brennen und etwas in ihnen entzünden und entwickeln solle.

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