Fast jeden Tag gibt es Programm in diesem Sommer, mal hier, mal da. Heute lassen es die Schweizer Nachbarn krachen – zum Nationalfeiertag gibt es Feuerwerk in beinahe jedem Ort an der Grenze. Doch damit ist das Pulver zur Ferienzeit längst nicht verschossen: Die Sommerferien im Hegau haben viel mehr zu bieten als Landschaft und Langeweile: Noch knapp zwei Wochen – bis zum 13. August – heißt es "Kino unter Sternen" auf der Gemswiese hinter dem Singener Kulturzentrum. "Das Open-Air-Kino hat sich zu einem Fixpunkt im Jahresablauf entwickelt", ist Mitinitiator Andreas Kämpf überzeugt. Auf dem idyllisch gelegenen Platz im Singener Stadtpark mit Blick auf den Hohentwiel werden an insgesamt 28 Abenden 28 Filme gezeigt – zu denen sich, je nach Wetter, insgesamt mehr als 6000 Menschen einfinden. "Und das obwohl auf Hollywood-Blockbuster weitgehend verzichtet wird", betont Programmmacher Ralf Zimmermann. Heute Abend steht die skandinavische Komödie "Welcome to Norway" auf dem Programm, morgen ab 21 Uhr der Oscar-Preisträger "Lala-Land".

In Volkertshausen gibt es am Wochenende Laienspiel. "Dieses mal etwas mit Niveau" heißt das Stück des Jugendtreffs Bunker, das im Bauhof von Volkertshausen am Samstag ab 18 Uhr aufgeführt wird. In Steißlingen wird die historische Torkel immer wieder freitags zur großen Bühne für den Musik-Sommer. Die Macher freuen sich in diesem Jahr noch auf die Band The Roosters am Freitagabend, "Back to Blues" am nächsten Freitag und "The Rockodiles" zum Finale. "Die Roosters verzaubern Freitagabend mit Legenden aus Rock, Rhythm’n’Blues und Soul – von den Stones zu Santana und Joe Cocker", kündigt Sandra Struever vom Organisationsteam an.

Auch die Literatur hat in Singen das ganze Jahr einen hohen Stellenwert – und natürlich auch zur Ferienzeit: "Der Sommer wird mörderisch gut", verspricht Fachbereichsleiterin Catharina Scheufele aus dem Singener Kulturbüro. Von Juni bis September sind wieder namhafte Krimiautorinnen und -autoren in und um Singen zu Gast und sorgen an lauen Sommerabenden oder auch schon zum Frühschoppen für schaurig-schöne Gänsehaut. Aber auch die Gaumenfreuden kommen diesmal nicht zu kurz, zum Beispiel am Samstagabend in der Gartenmanufaktur Siegwarth im Singener Stadtteil Bohlingen.

Die Sauschwänzlebahn in Blumberg bietet am 6. August einen Kindertag an.
Die Sauschwänzlebahn in Blumberg bietet am 6. August einen Kindertag an. | Bild: FEZE

Die Blumberger Sauschwänzlebahn lockt am Sonntag, 6. August, mit einem Kindertag. Eine Fahrt mit der Sauschwänzlebahn, ein tolles Programm mit Kinderschminken, einem Ballonkünstler, Puppentheater, Ponyreiten und vieles mehr erwarten die Kinder. Zum Schaffhausen Festival "Stars in Town" erwarten die Veranstalter mit Toto, Roger Hodgson, Emilie Sandé, Silbermond, Seven und Mark Foster vom 8. bis zum 11. August echte Stars auf dem Herrenacker mitten in der Schaffhauser Altstadt. Und mit Blick in die Schweiz lockt auch das Nord-Art-Festival in Stein am Rhein. Dort gastiert am 15. August Daniel Ziegler, der in seinem Programm die Grundlaune des Pessimisten mit seinen Fingerfertigleiten am Bass perfekt kombiniert. Am 17. August kommt Kabarettist und Wortakrobat Nico Semsrott nach Stein am Rhein zum Nord Art Festival.

Das Festival Stars in Town wird wieder viele Besucher in die Schaffhauser Altstadt locken.
Das Festival Stars in Town wird wieder viele Besucher in die Schaffhauser Altstadt locken. | Bild: Matthias Biehler

Im Hilzinger Weingut Vollmayer wird am 11. und 12. August das traditionelle Weinfest im Hilzinger Ortsteil Twielfeld gefeiert. Das Weingut blickt auf eine fast 90-jährige Tradition zurück und die Verbundenheit zum Winzerberuf lebt nun schon in der dritten Generation.

In Aach gibt es Grund zu feiern, den seit bereits 20 Jahren erforschen Taucher den imposanten Aachtopf. Das Ereignis "20 Jahre Aachhöhlenforschung" soll am 19. August im Musikraum der Stadtmusik Aach am Mühlenplatz ab 18:30 Uhr gewürdigt werden.

Seit 20 Jahren sind Höhlenforscher konsequent damit beschäftigt, die Geheimnisse des Aachtopf zu ergründen. Bild: Kreiselmaier
Seit 20 Jahren sind Höhlenforscher konsequent damit beschäftigt, die Geheimnisse des Aachtopf zu ergründen. Bild: Kreiselmaier | Bild: Joachim Kreiselmaier

Freunde der Kammermusik kommen in der Büsinger Bergkirche auf ihre Kosten, wenn vom 25. bis 27. August zum bereits 25. Mal die Kammermusiktage in St. Michael veranstaltet werden. Und Jazz-Liebhaber können sich auf ein Konzert mit der Schweizer Combo "Hildegard lernt fliegen" freuen. Der Singener Jazzclub hat die Musiker aus Bern in die Gems eingeladen. Das Sextett um Sänger Andreas Schaerer bietet satte Bläser-Linien mit den Saxophonisten Matthias Wenger, Benedikt Reising und Posaunist Andreas Tschopp, so wie Marco Müller am Bass und Christoph Steiner am Schlagzeug. "Der Musik haftet eine theatralische Note an, die irgendwo zwischen Frank Zappa und Kurt Weill schwirrt", kündigt Jazzclub-Chef Rudolf Kolmstetter an. Mit den begnadeten Musikern seiner Band schwingt der Sänger zwischen Jazz und Theatralik, Human Beat Box und Noise-Art, egal ob mit einer morbiden Polka, schrägen Ballade oder Instrumentalakrobatik.

"Wer Hildegard und ihren charismatischen Sänger Andreas Schaerer, der ihr das Fliegen beigebracht hat, bei ihrem packenden, expressiven Konzert vor zwei Jahren in Singen erlebt hat, wird die enorme Bühnenpräsenz kaum vergessen haben", ist Kolmstetter überzeugt, dass er den Jazz-Echo für Gesang 2015 verdient bekommen hat.

 

Auch im September ist noch viel geboten

  • 2. September: Meta Friedrich liest im Rahmen des Krimisommers der Singener Stadtbücherei aus ihrem Buch „Radieschenheim“. Ab 18 Uhr erzählt sie im Siedlerheim an der Worblinger Straße Geschichten aus den Fällen der Margreta Mai. Denn die Kleingärtnerein ist entsetzt: Der zweite Vorsitzende des Kleingartenvereins liegt tot in ihrem Kräuterbeet! Als ihr der knurrige Kommissar Jan Knutsen, der zukünftige Schwiegervater ihrer Tochter Marjolein, dann auch noch den Zutritt zu ihrem eigenen Garten verwehrt, reicht es Margreta. Sie beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit nicht nur ihr Radieschenheim in Aufruhr. Mit viel Humor und Gartenglück ist die Krimireihe um Margreta Mai, stolze Besitzerin des Gartenlokals Radieschenheim, und den knorrigen Kommissar Jan Knutsen gespickt. Meta Friedrich ist das Pseudonym der Autorin Meike Schwagmann. Die gebürtige Lübeckerin studierte in Wuppertal und Saarbrücken und lebte zeitweilig in Frankreich und den USA. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Hessen, wo sie als freie Autorin und Journalistin arbeitet. Eintritt 5 Euro.
  • 3.  September: Am nächsten Tag liest Meta Friedrich ab 11 Uhr im Garten von Bärbel und Dieter Peulen in Eigeltingen-Reute aus „Salbeirausch“. Auch in ihrem zweiten Fall verlässt sich Margreta Mai nicht auf den kriminalistischen Instinkt des Kommissars, sondern versucht auf eigene Faust zu ermitteln: Ein herrlicher Sommer hat in Lübeck Einzug gehalten, als Hauptkommissar Knutsen zum Beidendorfer See gerufen wird. Passanten haben dort eine Frauenleiche entdeckt. Als die Ermittlungen jedoch einen Ehestreit zwischen ihrer Tochter Marjolein und Knutsens Sohn Ole auslösen, kann Margreta sich nicht länger aus dem Fall heraushalten. Eintritt frei. In Radolfzell heißt es Jazz auf der Mettnau: In der Konzertmuschel gibt es ein "Tribute to Cannon Adderly".
  • 8. September: Die Syringa Kräutergärtnerei im Hilzinger Ortsteil Binningen beteiligt sich – wie das Mac-Museum in Singen an der lange Nacht der Gärten.
  • 9. September: In Gailingen wird am 9. und 10. September das 22. Dorffest im Gailinger Ortskern gefeiert. Veranstalter sind die Gailinger Vereine mit Unterstützung der Gemeinde.
  • 10. September: "Macht und Pracht" heißt das bundesweite Motto zum Tag des offenen Denkmals am 10. September in diesem Jahr. Auch im Hegau werden die Türen zu historischen Bauwerken geöffnet, die sonst verschlossen sind.
  • 30. September: Finissage zur Sommerausstellung "Joan Miró bis Otto Dix. Die Kunstsammlung Heinrich Wagner" im Stadtmuseum Stockach an der Salmannsweilerstraße. Stockachs Ehrenbürger Heinrich Wagner ist leidenschaftlicher Kunstsammler. Im Laufe der Jahrzehnte trug er über 300 Bilder von 70 Künstlern zusammen und übergab die wertvolle Sammlung seiner Heimatstadt als Dauerleihgabe. Die Ausstellung präsentiert mit 90 Bildern von 32 Künstlern einen Querschnitt mit vielen Glanzlichtern – von Joan Miró zu Salvador Dalí, von Marc Chagall bis zu Otto Dix und Erich Heckel. Zu sehen sind auch abstrakte Bilder von Max Ackermann und Willi Baumeister. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erhältlich. (bie)