„Der Singener Handel muss sich der neuen Situation stellen, wenn das ECE kommt“, betont Thomas Kornmayer. Er betreibt seit acht Jahren zusammen mit Gattin Bettina dasModegeschäft Heikorn im Singener Zentrum als Nachfolge seiner Eltern. Beim Besuch der Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger und Handelsverband-Vertretern macht Kornmayer keinen Hehl daraus, dass er davon ausgeht, dass der Hamburger Einkaufsriese in Singen in den nächsten Jahren gegenüber dem Bahnhof öffnet. „Es wird beim Bürgerentscheid genug Stimmen vor allem von jungen Leuten für das Einkaufszentrum geben, zudem, dass schon Jugendliche ab 16 Jahren mitmachen können“, so Kornmayer.

„Für den bestehenden Einzelhandel bietet sich auch eine Chance. Mit neuer Gestaltung der Geschäfte können sie sich gegen den großen Konkurrenten positionieren“, so Kornmayer. „Es gibt sicher Geschäftssparten, die das leisten können. Gerade für kleinere Läden wird das aber schwierig“, bewertet Utz Geiselhart, Geschäftsführer des südbadischen Handelsverbandes, die Situation. „Wichtig wird sein, dass es keinen Rückbau von Parkplätzen gibt. „Neue Ideen sind gefragt“, sagt Dorothea Wehinger. „Ich war immer gegen das ECE in der geplanten Größe. Wenn es aber stehen sollte, müssten Parkplatz-Konzepte erstellt werden. „Die großflächigen Stellplätze an der Landesgartenschau könnten durch einen Shuttle-Verkehr genutzt werden“, schlägt sie vor.

Kornmayer weist wie Geiselhart auf steigende gesetzliche Anforderungen hin. „Auflagen kosten uns immense Summen, um alle noch so unmöglichen Eventualitäten abzudecken“, sagt Kornmayer. „Bei uns steht die persönliche Beratung im Vordergrund“, sagt Bettina Kornmayer. Dabei sei es förderlich, dass fast alle der 75 Beschäftigten in Vollzeit arbeiteten. „Die Ausbildungsplätze im Einzelhandel werden gut nachgefragt“, berichtet Helmut F. Wessendorf, Ehrenvorsitzender des Handelsverbandes, Stadtgruppe Singen. Er macht aber wie Kornmayer einen zunehmend fehlenden Biss von jungen Leuten aus, der für die harte Arbeit im Verkauf notwendig sei, genauso wie eine Verkümmerung der Sprache. Das sei Gift für Beratungen. „Durch hohe Investitionen, wie für Umbauten und Innovationen, stellen wir uns dem Wettbewerb“, so Kornmayer.