Kurz nach dem 125. Geburtstag von Otto Dix, der 1969 in Singen starb, und passend zum dritten Jahr des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg, beschäftigt sich die Ausstellung "Krieg. Bilder der Gewalt" im Kunstmuseum Singen mit der Darstellung des Kriegs in Bildern. In einer beeindruckenden Weise kombiniert das Kunstmuseum diese Druckgrafiken mit zeitgenössischen Kriegsfotografien der Fotojournalisten Anja Niedringhaus und Christoph Bangert sowie einer Sammlung von Wandtexten, die sich mit dem Thema der Darstellung des Krieges beschäftigen.

Otto Dix sammelte seine leidvollen Eindrücke des Krieges selbst als Frontsoldat. Die Zahl der Toten auf dem Feld war zu groß, um sie in einem einzigen Gemälde einzufangen. Stattdessen skizzierte Dix seine Erfahrungen als einzelne Momentaufnahmen des Grauens, in 50 Radierungen, die in seinem Mappenwerk "Der Krieg" zusammengefasst sind. Das Werk zählt heute zu den wichtigen künstlerischen Zeugnissen dieser Zeit "und gehört zur Weltkunst", streicht Museumsleiter Christoph Bauer in einem Pressegespräch die Bedeutung des Grafikzyklus' heraus.

Anja Niedringhaus war bei allen großen Konflikten im Einsatz. Sie verstand sich nie als reine Kriegsfotografin. In ihren Bildern werden hingegen die sozialen und politischen Folgen des Krieges deutlich. Anders die Fotografien von Christoph Bangert. Er ist regelmäßig in Kriegs- und Katastrophengebieten im Einsatz und habe sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit mit den Gräueln des Kriegs zu konfrontieren, "damit Menschen mitleiden, mitfühlen und mitdenken können", so Bauer. Das Kunstmuseum zeigt auch Aufnahmen aus dem 2004 erschienenen und heftig diskutierten Buch "War Porn" von Christoph Bangert. Es enthält unzensierte Bilder von Gewalt.

Die Ausstellung "Krieg. Bilder der Gewalt" mit Bildern von Otto Dix, Anja Niedringhaus und Christoph Bangert wird am Freitag, 14. Oktober um 19.30 Uhr eröffnet und ist bis zum 4. Dezember im Kunstmuseum Singen, Ekkehardstraße 10, zu besichtigen