Singen Digitale Herausforderungen: In kleinen Schritten zur großen Vision

Potenziale und Chancen der Digitalen Verwaltung standen im Vordergrund einer Info-Veranstaltung mit prominenten Referenten in der Tengener Randenhalle.

Unter dem etwas kryptischen Titel "Zukunftskommune@BW" zieht ein hochkarätig besetztes Info-Team des baden-Württembergischen Innenministeriums derzeit durchs Ländle und machte nun auch in Tengen Station. Bei dieser Veranstaltung, die einen illustren Kreis von leitenden Verwaltungsbeamten, Gemeinderäten und Bürgermeistern aus den umliegenden Städten und Gemeinden in die Randenhalle lockte, geht es der Landesregierung darum, gemeinsam mit den ländlichen Kommunen die digitalen Herausforderungen zu meistern und deren Potenziale nachhaltig, intelligent und im Sinne der Bürger in den ländlichen Regionen zu nutzen.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn hatte der Tengener Bürgermeister Marian Schreier Stefan Krebs, das Zugpferd dieser Info-Veranstaltung, der als "Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnologie" im Range eines Ministerialdirektors die E-Government-Strategie und die IT-Strategie der Landesverwaltung koordiniert und leitet, im Rathaus begrüßt. Gemeinsam mit Krebs drückte dann Marian Schreier den roten Button, um das öffentliche WLAN freizugeben, das in einem Radius von etwa 80 Metern rund um das Tengener Rathaus Smartphone-Nutzern die Möglichkeit bietet, frei im Internet zu surfen, wobei man nach der Registrierung auf der Tourist-Infoseite der Stadt landet. An der nahegelegenen Bushaltestelle zum Beispiel und unter den bei Jugendlichen beliebten Kastanienbäumen neben dem Rathaus kann dann dieser Dienst kostenlos genutzt werden.

Auf der Info-Veranstaltung selbst wies Schreier auf den bevorstehenden Bau des Glasfasernetzes zusammen mit der Gemeinde Hilzingen hin, wobei der Förderantrag in Vorbereitung sei. Für die Tengener selbst gebe es zudem bald eine neue Internetpräsenz, und er machte auf das schon existierende und von der Bevölkerung fleißig genutzte Instrument des Anregungs- und Beschwerdemanagements aufmerksam. Dort haben Bürger die Möglichkeit, wilde Müllkippen, Schlaglöcher oder Ähnliches bei der Stadt zu melden. Online kann man sich dann über den Status der Erledigung informieren.

Stefan Krebs vom Innenministerium artikulierte dann die großen Visionen: dass es in der Verwaltung Wagemut brauche, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, Neues auszuprobieren und die Dinge radikal neu zu denken. Allerdings klang das in den Ohren der meisten Anwesenden weniger nach Vision, sondern eher nach Science-Fiction. Trotzdem – es bewegt sich einiges im Land, das es sich viele Millionen Euro kosten lässt, die digitale Revolution voranzubringen. Institutionen wie die Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) etwa, die als zentrale IT-Dienstleisterin die Entwicklung, den Betrieb und den Support für die in der Landesverwaltung eingesetzten IT-Systeme übernimmt und koordiniert, und der DVV, der Datenverarbeitungsverbund Baden-Württemberg, der sich die Integration und Vernetzung von heterogenen Systemlandschaften vorgenommen hat und dessen Ziel die moderne und bürgernahe Verwaltung ist, werden Baden-Württembergs öffentliche Institutionen Schritt für Schritt in die digitale Zukunft führen.

Die Veranstaltung

In Tengen informierten und diskutierten hochrangige Fachleute über das Thema "Digitale Verwaltung – Chancen für Kommunen und Bürger". Marian Schreier, der Bürgermeister von Tengen, der sich schon als Vorreiter der bürgernahen Verwaltung profilieren konnte, begrüßte das prominent besetzte Podium und das Auditorium aus leitenden Verwaltungsbeamten, Gemeinderäten und Bürgermeistern. Schnell wurde klar, dass in Baden-Württemberg in Bezug auf die digitale Verwaltung Nachholbedarf herrscht. Länder wie Österreich sind schon weiter. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Landesregierung Baden-Württembergs derzeit Millionensummen investiert, um den Rückstand aufzuholen. Doch noch gibt es viel zu tun. Heinz Brennenstuhl, der Bürgermeister von Gailingen: „Kommen sie auf uns Kommunen zu, denn schlanke digitalisierte Prozesse setzen auch schlanke, entbürokratisierte Vorgaben voraus!“ (ev)

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