Sie zeigten einen guten, alten Hip-Hop, der auch 2019 seinen Platz hat. Geprägt in den 90er-Jahren und vollgepackt mit Inhalt, mit Botschaft, mit Gesellschaftskritik – und mit Spaß und Stimmung.

Stress (rechts) holte sich M.A.M. und Karolyn mit auf die Bühne. Bilder: Raphael Arndt
Stress (rechts) holte sich M.A.M. und Karolyn mit auf die Bühne. Bilder: Raphael Arndt | Bild: Raphael Arndt

Stress eröffnete den Abend mit französischen Zeilen und Verstärkung von Karolyn und M.A.M. Der Lokalmatador ist unter anderem als Juror bei „The Voice of Switzerland„ bekannt. Das Publikum auf dem Herrenacker feiert die mitreißenden Titel und hat sich rasch eingegroovt.

Sie können sich auch nach bald 30 Jahren leiden: Die drei Rapper von Fettes Brot.
Sie können sich auch nach bald 30 Jahren leiden: Die drei Rapper von Fettes Brot. | Bild: Raphael Arndt

Fettes Brot? Das sind doch diese drei Jungs, die Zeilen gerappt haben wie „Es ist 1996, meine Freundin ist weg und bräunt sich in der Südsee„? Klassiker wie diesen (“Jein“), „An Tagen wie diesen“ oder „Bettina, zieh dir bitte etwas an“ haben sie ebenso für Schaffhausen eingepackt wie neuere Titel wie „Du driftest nach rechts“ über jemanden, den sie an die politische Dunkelheit verlieren. Die drei Nordlichter könnten die Väter einiger Besucher des Abends sein – dabei sind sie „nur“ einige der Väter des deutschen Hip-Hop. Auch 2019 haben sie noch viel zu sagen – und schaffen es mit Kumpelcharme, dass die Nordschweizer leidenschaftlich „Nordisch by nature“ über Hamburg und das Meer mitsingen.

Die Beginner sind sicher keine Anfänger. Die Arme hoben sich für alte wie neue Titel.
Die Beginner sind sicher keine Anfänger. Die Arme hoben sich für alte wie neue Titel. | Bild: Raphael Arndt

Die Beginner sind wieder da. Immer noch da. Waren sie je weg? „Der Testsieger rappt wieder“ sagen Jan Delay und Denyo selbst kurz nachdem sie die Bühne betreten, während der Dritte im Bunde DJ Mad auflegt. 2016 gelang dem Trio mit dem Album „Advanced Chemistry“ die Rückkehr in die Charts – eine Referenz auf Hip-Hop-Pioniere um den Rapper Torchmann. Genau der stand auch in Schaffhausen spontan auf der Bühne und rappte selbstironisch „Wir waren mal Stars“. Bei so viel Musik darf ein Titel nicht fehlen: „Ihr wollt ein Liebeslied? Ihr kriegt ein Liebeslied“ erklingt zum Schluss nach mehreren Zugaben.