Dorothea Wehinger hat sich beim Besuch der Hebelschule Eindrücke von der Arbeit an einer Werkrealschule verschafft. Eine Werkrealschule hatte die hiesige Grünen-Landtagsabgeordnete bisher noch nicht besucht. Höchste Zeit, dies mal zu machen. In der Hebelschule führten Schulleiterin Daniela Wetz und Konrektor Marc Laporte-Hoffmann sie durchs Schulgebäude. "Ich bin beeindruckt, was hier geleistet wird", sagte Wehinger.

"Das Gespräch mit den Achtklässlern war sehr intensiv. Sie waren hervorragend vorbereitet und sehr offen und interessiert", lobte Dorothea Wehinger die Schüler der Klasse 8b. "Es war erstaunlich, dass viele der Achtklässler schon genau wissen, was sie einmal beruflich machen wollen. Und einige wollen wohl ins Handwerk."

Alphabetisierung in der Vorbereitungsklasse

Auch eine der drei internationalen Vorbereitungsklassen (IVK), in denen die Schüler Deutsch als Zweitsprache lernen, besuchte Wehinger. "Manche Schüler müssen auch überhaupt erst alphabetisiert werden", so Wetz.

"Wir sind dann demnächst die einzige Werkrealschule in Singen", erläuterte Daniela Wetz. An der Schillerschule und an der Waldeck-Schule läuft die Werkrealschule aus, diese beiden Schulen werden dann reine Grundschulen sein.

"Wir hatten schon den Eindruck, die Werkrealschule würde langsam in Vergessenheit geraten. Aber uns gibt's noch und es wird die Hebelschule als Werkrealschule weiter geben", sagte Marc Laporte-Hoffmann. Aktuell habe die Schule 18 Anmeldungen für die zehnte Klasse.

Künftig wieder mehr Fünftklässler

Auch bezüglich der Anmeldungen für die fünfte Klasse hat sich die Situation entspannt. Während man zeitweilig Bedenken hatte, das die Anmeldezahlen hier zu gering sein würden, habe man derzeit bereits 35 Anmeldungen für die fünfte Klasse, so Wetz.

Auch in der ersten Schulwoche kämen meist noch Schüler dazu. Somit werde man wohl im kommenden Schuljahr zwei fünfte Klassen bilden. Problematisch sei jedoch die Lehrerversorgung.

Lehrer besorgt wegen Kürzung der Azubi-Hilfen

Gekürzt worden ist an der Hebelschule auch die Berufseinstiegsbegleitung, eine Kooperation des Arbeitsamtes mit dem beruflichen Fortbildungszentrum (bfz). "Wir hatten mal zehn Plätze für Schüler, doch nun sind es nur noch sechs", so Wetz. Außerdem kann die bisherige Berufseinstiegsbegleiterin nur noch bis Ende Juni arbeiten. Dann werde eine neue Person kommen, an die sich die Schüler erst gewöhnen müssen.

"Wir wollen die Schüler in den Beruf bekommen und nicht zum Studium. Deshalb ist die Berufseinstiegsbegleitung für manche Schüler sehr hilfreich", so Laporte-Hoffmann. Auch die zahlreichen Angebote für Praktika, die Bewerberwoche oder ein Patenmodell für die Berufsorientierung seien wichtige Säulen in der Arbeit an der Hebelschule.

Wehinger: "Ich nehme viel mit."

"Ich nehme viel mit für meine politische Arbeit", resümierte Wehinger nach ihrem Besuch. Wegen der gekürzten Plätze für die Berufseinstiegsbegleitung werde sie den Kontakt mit der zuständigen Person beim Arbeitsamt aufnehmen, versprach sie.