„Sie wollten ein Stück auf die Bühne bringen, das vom Krieg, aber auch von Freundschaft und Zusammenhalt handelt“, erzählt Regisseurin Maria Vrijdaghs. Aus mehreren Vorschlägen des Deutschen Theaterverlags entschieden sich „Die Theatäter“ für „Die Kinder vom Hinterhof„. Die 22 jungen Darsteller kommen aus den fünften bis siebten Klassen, aber auch zwei Achtklässler machen mit.

Die Kinder vom Hinterhof treffen sich nach der Schule im Hof, dort gibt es Streit und Versöhnung, Ernst und Spaß, Ausgrenzung und Zusammenhalt.
Die Kinder vom Hinterhof treffen sich nach der Schule im Hof, dort gibt es Streit und Versöhnung, Ernst und Spaß, Ausgrenzung und Zusammenhalt. | Bild: Manuela Fuchs

„Seit Januar haben sie jede Woche fleißig und mit Begeisterung geübt“, lobt Maria Vrijdaghs und das lässt sich am Spiel der Akteure gut erkennen. Die Bühnendekoration besteht im Wesentlichen aus einem Bretterzaun, ein paar Holzkisten und einem Herzhäuschen.

Die Kinder vom Hinterhof wollen von Rassismus und Diskriminierung nichts wissen, was für sie zählt, ist die Freundschaft.
Die Kinder vom Hinterhof wollen von Rassismus und Diskriminierung nichts wissen, was für sie zählt, ist die Freundschaft. | Bild: Manuela Fuchs

Die Geschichte spielt Anfang der 30-er Jahre in Berlin, ein Vorderhaus, ein Hinterhaus mit der Hausnummer 67, dazwischen der triste Hinterhof. Hier treffen sich die Kinder nach der Schule zum Spielen. Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten ihnen viel, aber auch Ausgrenzung, soziale Diskriminierung und Rassismus werden thematisiert.

Wenn Rassismus und Ausgrenzung salonfähig werden

Phänomene, die heute wieder aktuell sind. Erwin und Paul sind beste Freunde, und als Pauls Vater seine Arbeit verliert, muss die Familie ihre Wohnung im Hinterhaus verlassen und ins Asylheim umziehen. Emil und die anderen Kinder wollen das aber nicht akzeptieren und schmieden deshalb einen Plan, wie sie ihren Freund zurück in die Hausnummer 67 bringen können. Dabei agieren die „Gören“ in großartigen Kostümen und mit Berliner Schnauze sehr authentisch.

Die Kinder vom Hinterhof veranstalten einen Maskenball, um Geld zu sammeln für ihren Freund Paul, damit er ins Hinterhaus zurückkehren kann.
Die Kinder vom Hinterhof veranstalten einen Maskenball, um Geld zu sammeln für ihren Freund Paul, damit er ins Hinterhaus zurückkehren kann. | Bild: Manuela Fuchs

Lieder wie „Ein Freund, ein guter Freund“, oder „Jeder Mensch hat das Recht auf ein bisschen Glück“ runden das Werk ab. Das Stück zeigt, wie sich die politische Lage langsam ändert, der aufkeimende Nationalsozialismus macht Rassismus und Ausgrenzung salonfähig.

Die Kinder lassen sich davon aber nicht beeindrucken, veranstalten einen Maskenball und sammeln Geld, damit Pauls Familie in ihre Wohnung zurückkehren kann. Sie sind sich sicher, dass man alles schaffen kann, wenn man nur zusammenhält. Das Publikum belohnte für die Vorstellung mit sehr viel Applaus.