Die Bohlinger Sichelhenke hat bisher alle Erwartungen erfüllt. Obwohl der Spätsommer ausgerechnet an diesem Wochenende Pause machte, kamen Tausende Gäste nach Bohlingen. Die Autokennzeichen im Dorf spiegelten de Sog des Heimatfestes wider: Aus Böblingen, Sigmaringen, Biberach, Ravensburg und Zürich in die Schweiz kamen die Besucher. Außerdem schien der ganze Landkreis Konstanz am Wochenende in Bohlingen zu sein. Großes Lob gab es von Rupert Weißmann aus Schienen, der mit seiner Frau und Schwägerin zum sonntäglichen Gottesdienst und dem Besuch in die Marktgasse gekommen war. „Einen frischen Süßmost probieren, dazu eine Zwiebedünne und einen Zwetschgenkuchen: die Bohlinger Sichelhenke mit seiner Vielfalt ist das schönste kulturelle Fest im Landkreis“, sagte Rupert Weißmann und fachsimpelte derweilen mit dem Besenmacher über das Handwerk. In der Marktgasse wurde geklopft und gesägt, dazu lockte der Duft von frisch geräucherten Fischen, Bratkartoffeln, ofenfrischen Flammkuchen und heißen „Apfelküchle“ den Gaumen. Schnell waren alle Sitzmöglichkeiten im Schatten und an der Sonne belegt.

Zur Vorbereitung auf die Marktgasse mit den Spezialitäten mussten 200 Kilogramm Zwiebeln, geschnitten und gedünstet werden. Hier arbeiten mit Freude und Ehrgeiz von links Franz Schöpfel, Regina Schöpfel und Lisa Klaiber.
Zur Vorbereitung auf die Marktgasse mit den Spezialitäten mussten 200 Kilogramm Zwiebeln, geschnitten und gedünstet werden. Hier arbeiten mit Freude und Ehrgeiz von links Franz Schöpfel, Regina Schöpfel und Lisa Klaiber. | Bild: Rolf Hirt
Das könnte Sie auch interessieren

Eine kleine Handwerkskunde

Paul Wehrle und Siegfried Stengele zeigten auf dem Oldsmobil, wie Holz vom Schienerberg gesägt und gleich ofenfertig gespaltet wurde. Der Museumsverein baute sehr zur Freude von Familien mehrere Holzgatter auf, in denen sich Ziegen, Schafe, Ponys und Pferde befanden. „Die Sichelhenke ist einfach ein authentisches Fest", sagte Beate Hartmann aus Singen. "Seit unsere Tochter auf der Welt ist, kommen wir mit der ganzen Familie immer wieder zu diesem Fest nach Bohlingen.“ Zum ersten Mal mit ihrer spanischen Familie aus dem katalanischen Gerona kam die gebürtige Bohlingerin Anita Haberkorn zur Sichelhenke. „Seit 38 Jahren wohne ich in Spanien. Die 60. Sichelhenke genießen wir nun an allen Tagen.“

Der lebende Bauernhof des Museumsvereins Bohlingen war eine der Attraktionen in der historischen Marktgasse der Bohlinger und lockte viele Familien mit Kindern an.
Der lebende Bauernhof des Museumsvereins Bohlingen war eine der Attraktionen in der historischen Marktgasse der Bohlinger und lockte viele Familien mit Kindern an. | Bild: Rolf Hirt

Glückliche Veranstalter

Beim Gang durch die Marktgasse freuten sich Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler, die Musikvereins-Vorsitzende Heike Erb und Bohlingens Ortsvorsteher Stefan Dunaiski über das schöne Fest. Die Partybands sorgten an den Abenden für ein volles Festzelt mit friedlich und entspannt feiernden Gästen. „Der stimmungsvolle Sonntagsgottesdienst und das beste Sichelhenkewetter ist für alle Beteiligten die Krönung“, sagte Heike Erb.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit dem Kinderfest am Montag um 14.30 Uhr, dem Handwerkerhock mit den „Lustigen Hanoken“ geht die 60. Sichelhenke um 20 Uhr bei freiem Eintritt mit der Band „slamjam“ ins Finale.

Rundgang durch die Marktgasse (v.l.): Singen OB Bernd Häusler, Heike Erb (Musikverkein) und Ortsvorsteher Stefan Dunaiski.
Rundgang durch die Marktgasse (v.l.): Singen OB Bernd Häusler, Heike Erb (Musikverkein) und Ortsvorsteher Stefan Dunaiski. | Bild: Rolf Hirt