Schon während des Studiums an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler musizierten Tim Vogler (Violine), Frank Reinecke (Violine), Stefan Fehlandt (Viola) und Stephan Forck (Cello) gemeinsam und gründeten 1985 das Vogler-Quartett. Es zählte in der DDR zu den wichtigsten Nachwuchsensembles. Als erstes ostdeutsches Quartett hatte es bei dem renommierten Evian-Wettbewerb in Frankreich die Jury überzeugt und den 1. Preis erlangt.

Der Grundstein für die folgende, großartige internationale Karriere war gelegt. In unveränderter Besetzung verbindet die Musiker eine lange musikalische Zusammenarbeit und Freundschaft. So ist es kein Wunder, dass die Vier ohne große Theatralik auskommen. Ein kleiner Augenkontakt genügt, um die musikalische Gestaltung zusammenzuhalten und den Zuhörern einen homogenen Quartett-Klang zu offerieren. So nun auch beim Gastspiel des Quartetts in der Stadthalle Singen.

Seit über 30 Jahren gehört das Streichquartett zu den international renommiertesten Ensembles mit einem Repertoire von klassischer Literatur über Werke unbekannter Meister bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Eine Grammy-Nominierung erhielten die Künstler mit ihrer CD „Paris Days – Berlin Nights“ mit Ute Lemper. In Singen erklangen Streichquartette von Joseph Haydn und Robert Schumann. Ausgewogen in den Stimmen sowie mit feiner dynamischer Differenziertheit stellten die Musiker die Komposition im Klassischen Wiener Stil dem romantischen Werk Schumanns gegenüber. Im Quintett für Alt-Saxophon und Streichquartett op. 34 von Adolf Busch (entstanden 1925) bereicherte Saxophonist Christoph Enzel das Hörerlebnis.

Das Quintett von Adolf Busch ist durchaus anspruchsvoll. Eine eingängige Melodie, die an das Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ erinnert, führt durch die Komposition. Tänzerische Passagen werden von Marsch-artigen unterbrochen, häufige Taktwechsel durchziehen das Werk. Brillant meisterten die hervorragenden Musiker diese Herausforderungen. Anhaltenden Applaus belohnten die Künstler mit einem Rondo des Jüdischen Komponisten Edward Moritz als Zugabe.