Was bedeutet für Sie Magie?

Ui. Schwierige Frage. Für mich bedeutet das in erster Linie, in Interaktion mit dem Publikum zu gehen, die Menschen zum Staunen zu bringen, sie verwundern, aus ihrem Alltag holen, bis sie sich treiben lassen und merken, dass alles möglich ist. Sie auf wunderbare und wundersame Weise verzaubern und unterhalten.

Wie hebt sich Ihr Bühnenprogramm von denen der großen und mystischen Magier, die wir aus dem TV kennen, ab?

Mit unserem Konzept möchten wir zeigen, wie vielfältig die Zauberei sein kann. Die Zauberei ist nicht nur in Schwarz und Weiß, sondern brilliert mit so vielen Farbtönen dazwischen. Sie verzaubert – aber nicht nur. Sie kann lustig sein, albern, absurd und ebenso ernsthaft, mysteriös. Das ist es, was unsere Show ausmacht.

Sie und Ihre Kollegen verkörpern bewusst unterschiedliche Charaktere. Ist das das Prinzip „Boygroup“, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist?

Ja, klar. (lacht). Nein, mal ernsthaft. Das gehört in der Tat zu unserem Konzept und unterstreicht noch einmal die Vielfältigkeit der Magie. Lars ist unser Seher, der Feinfühlige, Empathische, der das Publikum auf eine Expedition ins Reich der Visionäre, der Hypnotiseure und Traumdeuter entführt. Swann, der Maskierte, dem des gelingt, Illusionen, Musik, Schauspiel, Licht und Tanz miteinander verschmelzen zu lassen. Dann Sam Cole, unser verrückter Charmeur, ebenso gutaussehend wie schräg, ja, sogar total „verstrahlt“. Und dann gibt es noch mich, den lustigen Rheinländer mit Comedy-Faktor. Sie sehen, dass unser Programm neben der reinen Zauberei noch ganz viele andere Facetten mitbringt.

Publikum wird zum Akteur

Während viele Magier unnahbar wirken und bewusst die Distanz zum Publikum wahren, setzen Sie auf die Interaktion mit dem Publikum.

Ja, das ist uns ganz wichtig. Wir beziehen unser Publikum mit ein, agieren gemeinsam auf der Bühne. Das Publikum ist dabei nicht nur Statist, sondern wird zum Akteur und somit zu einem wichtigen Bestandteil des Abends. Wir begegnen dem Publikum stets auf Augenhöhe, respektvoll, stellen keinen bloß. Ohne das Publikum würde unsere Show gar nicht funktionieren.

Sie lehnen Auftritte in einer großen Show-Arena und Hallen ab, in denen Sie nur noch über Leinwand gesehen werden. Warum?

Eben genau aus dem Grund, weil wir nah am Publikum sein wollen, das ist nur in einem intimen Rahmen möglich. Wir machen „Klein“-kunst und die lebt von der Nähe des Publikums, von der Reaktion der Menschen, von ihrem Feedback. Wir machen kein „Public-Viewing“.

Ein Trick ist nur ein Werkzeug

Es gibt TV-Sendungen, in denen die Tricks der Magier entlarvt werden. Ärgert Sie so etwas?

Mich nicht, es gibt allerdings Kollegen, die das ärgert. Für uns zählt nicht allein ein Trick, der ist nur ein Werkzeug und nur einer von vielen Bestandteilen unserer Show.

Warum gibt es eigentlich vorwiegend Magier und kaum bekannte „Magierinnen“? Frauen lassen sich meist nur zersägen oder dienen als Ablenkungsobjekt.

Stimmt. Aber ich weiß auch nicht, warum meistens Frauen "als Requisite missbraucht“ werden. Na, vielleicht, weil Frauen mit Zauberkräften jahrelang als Hexen galten (lacht). Es gibt schon einige weibliche Kolleginnen, die auch erfolgreich sind, aber die kann man in der Tat an einer Hand abzählen. Leider!

Fragen: Nicola M. Westphal