Oft wird anhand von Statistiken und rückläufigen Kirchenbesucherzahlen über die schwierige Zukunft der Kirchen spekuliert. Die Praxis kann anders aussehen, das bewiesen die vergangenen Tage in den Gemeinden der Seelsorge im Aachtal. Neben Gottesdiensten gab es zur Abwechslung eine eindrucksvolle Fußwallfahrt nach Schienen, dazu begeisterten fast 100 Kinder, Jugendliche und Musiker beim Musical „Esther“ vor fast 450 Zuhörern in der Kirche in Bohlingen. Jubeln, klatschen, singen und jede Menge fetzige Musik, gepaart mit modernen Textpassagen, Tänzen und akrobatischen Einlagen. Und das mitten in der Kirche im Altarraum. Für diese gekonnten Vorstellungen gab es immer wieder spontanen Beifall.

Viele neue Chormitglieder

Das Musical über Stoff aus dem Alten Testament ist an Tragik nicht zu steigern, denn das junge, jüdische Mädchen Esther, brillant gespielt von Zoe Hermann, zerbricht an ihren Träumen und Wünschen. Esther lernt, mutig mit den Auswirkungen von Macht und Reichtum, aber auch mit Neid und Missgunst umzugehen und dabei ihren Glauben nicht zu verlieren. Neben der Figur der Esther zeigten zahlreiche Jugendliche in der Geschichte ihr Talent als Laiendarsteller. Elias Meier gefiel in der Rolle als König Xerxes und auch Theo Fleckner überzeugte mit seiner Sprechrolle als Freund des Regierungsbeamten Haman.

Das ist mit ein großer Verdienst von Kantor Sven Mendel, der die Kinder und Jugendlichen aus der Jugendkantorei immer wieder für solche Aufführungen begeistern kann. Leidenschaftlich dirigiert er Instrumentalisten, Tänzerinnen, Schauspieler, Solisten und den gewaltigen Chor und kitzelt so Höchstleistungen heraus. „Das macht Spaß und Freude, vor allem, dass so viele neue Chormitglieder dabei waren“, sagte Sven Mendel begeistert. Auch den Leiter in der Seelsorge, Pfarrer Arthur Steidle, gefiel diese Begeisterung. „Tolle Leistung, die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft in der Kirche“, meinte Steidle voll des Lobes.