Wie beim Spatenstich vor acht Monaten strahlten die am Bau Beteiligten auch zum Richtfest der neuen Caritas-Werkstätte im Industriegebiet Tiefenreute mit der Sonne um die Wette. Denn sowohl was den Zeitplan als auch die Kosten anbelangt, liegt das 9,1 Millionen Euro teure Projekt genau im Plan. So lobte Architekt Volkmar Schmitt-Förster die gute Zusammenarbeit am Bau und dankte den beteiligten Handwerkern. Um die Größe des Bauvorhabens zu verdeutlichen, nutzte er einen Vergleich: Die Gebäudefläche von 3500 Quadratmetern entspräche der Stellfläche eines Airbus A 380. Das Gebäude sei auf Geschichten aufgebaut, denn der Grund wurde mit Recyclingmaterial aus alten Häusern aufgefüllt. Das Thema Nachhaltigkeit ist der Caritas grundsätzlich sehr wichtig. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach deckt 70 Prozent des Eigenverbrauchs, geheizt wird mit einer Pelletheizung.

Ein Ort der Inklusion

Von Anfang an mit in den Bauprozess involviert waren auch die Mitarbeitenden der Werkstätte St. Pirmin. Sie können seit Baubeginn über eine an einem Nachbargebäude installierte Webcam den Baufortschritt ihrer neuen Werkstätte beobachten. Die Schreinerei der Pirmin-Werkstätte wird außerdem am Innenausbau des neuen Gebäudes mitarbeiten, in dem alle Räume barrierefrei zu erreichen sind.

Mit dem neuen Standort soll auch ein neuer Name verbunden sein. Doch die Suche danach gestaltete sich schwierig. Nach zweieinhalb Jahren wurde die Caritas doch noch fündig: "Tat-Ort" wird die neue Werkstätte heißen. Dieser Name soll für einen Ort der Inklusion stehen, an dem tatkräftig gearbeitet wird, sich jeder mit seinen Fähigkeiten einbringen kann. Gleichzeitig spiegelt der Name die neue Ausrichtung der Werkstätte wider. Denn zukünftig möchte sie sich moderner, zukunftsorientierter und offener präsentieren. Ein wichtiger Bestandteil dieser Öffnung ist der Marktplatz, der sich zentral im Gebäudeinnern befinden wird. Dieser soll sowohl den Mitarbeitenden der Werkstätte als auch den Mitarbeitern der umliegenden Firmen als Kantine und Cafe dienen.