Nahezu jeder trägt zu Weihnachten einen Wunsch mit sich. Manchmal traut man sich vielleicht nicht, ihn auszusprechen, weil er sowieso nicht erfüllt wird. Der CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) Singen hat auch einen langgehegten Wunsch. Es geht um einen Bus mit neun Sitzplätzen. Denn seit Jahren engagiert sich der Verein vielfältig, auch in der Betreuung von Geflüchteten. Mit einem neunsitzigen Bus könnte viele Projekte flexibler durchgeführt werden. Spenden sind für dieses Projekt sind übrigens auch nach Weihnachten noch willkommen.

Gabriel Abdelki, inzwischen Mitglied im CVJM und Leiter der Arabischen Gemeinde, hat seit Jahren Kontakt zu Menschen, die in Singen und Umgebung eine neue Heimat fanden. "Wir haben Gabriel Abdelki über das Café International kennengelernt", erzählt Silke Daub, Vorsitzende des CVJM, gegenüber dem SÜDKURIER. Noch bevor sich der Helferkreis Asyl gebildet hatte, haben Gabriel Abdelki und Silke Daub mit anderen Bürgern ehrenamtlich Flüchtlinge begleitet. Besonders der Einsatz von Abdelki war und ist enorm. Er kann gar nicht sagen, wie viele Fahrten er mit seinem privaten PKW gemacht hat, um Menschen zum Beispiel zum Gottesdienst, zum Arzt oder zu Behörden zu bringen. Auch einige Jesidinnen betreut Abdelki, zusammen mit seiner Frau Bettina.

Viele Einsatzmöglichkeiten für das Fahrzeug

Gabriel Abdelki (67) kam selbst als Flüchtling Ende 2000 aus dem Irak nach Singen. Als Leiter der Arabischen Gemeinde, die in der Markuskirche der Südstadtgemeinde zuhause ist, hat er gute Kontakte zur Südstadtgemeinde und auch zum CVJM. "Wir verstehen uns als Brücke zwischen den christlichen Gemeinden", so Silke Daub. Dabei steht das Motto "Suchet der Stadt Bestes" im Zentrum der Arbeit des Vereins, der über 100 Mitglieder hat.

Nicht nur für die Fahrten, die Gabriel Abdelki macht, möchte der CVJM den Bus verwenden. "Es gibt so viele Einsatzmöglichkeiten, wie bei unserem Sommerferienprogramm", so Kornelia Grimm. Oder bei der Durchführung des Lichterfestes "Hellwienie" am Reformationstag vor der Markuskirche. Auch die Freiwilligen, die für den CVJM arbeiten, könnten einen Bus für verschiedene Projekte gut gebrauchen. Oder auch die Jugendlichen, die an dem Projekt "Come together" in Kooperation mit der Johann-Peter-Hebelschule teilnehmen, würden profitieren, da man für erlebnispädagogische Projekte mobiler wäre.

Zusammenarbeit mit Studenten der Uni Konstanz

Silke Daub, die als Lehrerin an der Hebelschule arbeitet, leitet dieses Projekt. Die Integrationsgruppe, bestehend aus über 30 Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern, trifft sich donnerstags in Kooperation mit der Johann-Peter-Hebel-Schule in der evangelischen Südstadtgemeinde. Mittlerweile unterstützen Studenten der Uni Konstanz, die ein Semester das Modul "Working with refugees" belegt haben, das Projekt.

"Ich sehe den Bus schon durch Singen fahren, in Blau wie unsere T-Shirts und die blaue Bahn im Münchriedstadion", so Silke Daub. Wie der Bus aussehen könnte, zeigt ein Entwurf von Rainer Zilly von der Kreativ Agentur Zilly. Um den ersehnten Bus kaufen zu können, wünscht sich der CVJM nun Spenden. Auch die Freiwilligen und die Wohnung, in der sie wohnen, werden ja durch Spenden finanziert. Dafür macht der CVJM seit mehreren Jahren immer einen Sponsorenlauf im Frühsommer im Münchriedstadion.