Die Integration von Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind und bleiben wollen, ist auf einem guten Weg. Seit Mai arbeiten im Landkreis Konstanz insgesamt 35 Integrationsmanager. Was ihre Arbeitsschwerpunkte sind, erfuhr der SÜDKURIER im Gespräch mit den Integrationsmanagern, die in Singen arbeiten.

Im Rahmen eines Paktes für Integration des Ministeriums für Soziales und Integration hat das Land insgesamt etwa 1000 Stellen für Integrationsmanager geschaffen. In diese Maßnahme fließen über zwei Jahre lang 116 Millionen Euro. Es geht bei der Arbeit um die Begleitung von anerkannten Geflüchteten in einer Anschlussunterbringung und von Geflüchteten, die mehr als zwei Jahre in Deutschland sind. „Jeder Arbeitstag ist anders“, sagt Lena Wenzel, die für den Caritasverband arbeitet. Aktuell hat sie beispielsweise Familien, deren Kinder im September eingeschult werden.

Beim Behördendeutsch hapert es oft

Sie brauchen Hilfe, wenn es darum geht, die lange Liste zu verstehen, die die Schule für die Erstklässler herausgegeben hat, damit die Erstausstattung komplett ist. Und natürlich möchten sie wissen, wie eine Einschulung in Deutschland abläuft. Auch wenn viele der Geflüchteten schon einen oder mehrere Sprachkurse erfolgreich abgeschlossen haben, hapert es dann manchmal am Verstehen von speziellen Begriffen oder dem Behördendeutsch. „Einfache Sprache wäre bei Briefen sicherlich die bessere Option“, sagt Victor Lindenmayer, der für den Caritasverband arbeitet.

Das Finden einer Arbeit sei oft gar nicht so schwer und es helfe nebenbei auch sehr beim Erlernen der deutschen Sprache, ist die Erfahrung von Gyulten Alimanova, Integrationsmanagerin beim Landratsamt. Sie ist vor Ort in der Anschlussunterbringung in der Worblinger Straße tätig, teilweise aber auch in der Einrichtung in der Cappanstraße. Die Betreuung der Geflüchteten ist immer eine sehr individuelle Hilfe. Dabei steht der Geflüchtete im Mittelpunkt. „Wir holen die Menschen da ab, wo sie stehen“, so Nicole Unger, Koordinatorin des Landratsamtes. In den Gesprächen geht es den Integrationsmanagern vor allem um das Aufbauen einer vertrauensvollen Basis zu den Geflüchteten.

Erstellung eines individuellen Integrationsplans

„Manchmal schauen Bewohner bei mir im Büro vorbei, um einfach nur Hallo zu sagen. Das zeigt mir, dass ein Vertrauen entstanden ist“, ist die Erfahrung von Gyulten Alimanova. Die Mitarbeiter geben den Geflüchteten Hilfestellungen für alle Lebensbereiche. „Wir möchten, dass sie selbständig werden und lassen sie es auch erst mal selbst versuchen, wenn es beispielsweise um das Ausfüllen von Formularen geht“, sagt Nicole Unger. Einen Integrationsplan erstellen die Mitarbeiter für jeden Einzelfall nach den individuellen Bedürfnissen und Wünschen.

Das größte Problem für die Geflüchteten ist zurzeit das Finden einer Wohnung. Der größte Teil der Bewohner in einer Anschlussunterbringung hat bereits eine Anerkennung oder ist mehr als zwei Jahre da. Dennoch wohnen viele noch in der Anschlussunterbringung, was in Absprache mit dem Landratsamt möglich gemacht wird. „Sprache und Arbeit sind die Parameter der Integration, doch ohne Wohnen ist alles nichts“, fasst der Singener Integrationsbeauftragte Stefan Schlagowsky-Molkenthin die Situation zusammen.

„Wir raten den Leuten, auch im Freundeskreis, Verein oder auf der Arbeit zu signalisieren, dass sie eine Wohnung suchen“, sagt Miglena Abrasheva vom Caritasverband. Sehr hilfreich zur Seite stehen auch die Ehrenamtlichen des Verein InSi, mit denen die Integrationsmanager sehr gut zusammenarbeiten. „Wohnen ist für die Geflüchteten ein wichtiges Thema. Teilweise geht es auch um überhöhte Mieten und nicht rechtzeitig erfolgte Nebenkostenabrechnungen“, so Victor Lindenmayer. Da müsse dann auch mal zwischen Geflüchteten und Vermieter oder Jobcenter vermittelt werden.