Es könnte das Ende der Singener Halbmarathons sein – vielleicht aber ist es auch eine Wende, die das Sportereignis belebt. Es findet am Sonntag, 23. September, zum 21sten Mal statt und weil bei einem Halbmarathon eine Strecke von rund 21 Kilometern zu laufen ist, steht er unter dem Motto "21 Mal 21". Damit soll sogleich signalisiert werden, dass sich die Veranstaltung in ihrer bisherigen Form auf der Zielgeraden befindet.

Schon beim diesjährigen Lauf gibt es eine wesentliche Veränderung, die allerdings für die Teilnehmer und Zuschauer kaum sichtbar werden dürfte. Die Federführung liegt erstmals nicht bei der zuständigen Abteilung des deutschen katholischen Sportverbands in Singen (DJK), sondern bei der Stadt. Bernd Walz und Monika Graf-Bock von der Stadtverwaltung verdeutlichten gegenüber Medienvertretern ihrerseits, dass dies eine Ausnahme bleiben wird. Zwar gehöre die Vorbereitung des Halbmarathons zu den Tätigkeiten, die mit einigem Spaß verbunden sei, dennoch sehen sich die beiden Vertreter nicht in der Lage zur dauerhaften Übernahme der Rolle als Veranstalter. "Man muss klar sagen, dass wir bei der Veranstaltung an die Grenzen unseres Leistungsvermögens geraten."

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Dem bisherigen Veranstalter muss diese Feststellung wie Öl runtergegangen sein. Michael Turchi als Sprecher der DJK-Abteilung hatten zuvor klar gemacht, dass er und seine Mannschaft die Luft ausgeht. Seine Abteilung verfüge über lediglich 70 oder 80 Leute, was als Basis für die Veranstaltung nicht ausreiche. "Irgendwann wird man auch müde", räumte der DJK-Vorsitzende ein, der zugleich auf den Verlust von Bettina Frank als treibender Kraft der Veranstaltung hinwies. Sein Vereinskollege Marc Burzinski bekräftigte diese Einschätzung. Bei allem Bedauern über den Rückzug des Vereins als Veranstalter des Halbmarathons müsse man darauf achten, dass der Verein sich nicht übernehme und selbst ins Stolpern gerate. Wie Michael Turchi betonte er, dass die DJK-Abteilung einem etwaigen neuen Veranstalter weiterhin gerne unterstützend zur Seite stehe.

Bleibt die Frage, wer sich der Aufgabe künftig annimmt. Laut Oberbürgermeister Bernd Häusler und seinem Kollegen Bernd Walz ist man im Gespräch mit professionellen Veranstaltern von Sportereignissen. Interesse am Erhalt des Singener Halbmarathons bestehe in jedem Fall. Seine Bedeutung für die Stadt ergibt sich für den OB zum Beispiel dadurch, dass über die Bambini-Läufe im Laufe der Jahre eine stattliche Zahl junger Menschen an den Laufsport herangeführt wurden. Und laut Bernd Walz hat der Halbmarathon als regionales Ereignis zwar nicht die ganz große touristische Ausstrahlung, dennoch kommen beispielsweise etliche Schweizer wegen des Laufs nach Singen.

Sollte es mit der Trägerschaft für die Veranstaltung durch einen professionellen Anbieter klappen, ist gleichwohl auch künftig von der Notwendigkeit einer gemeinschaftlichen Aufgabe auszugehen. So funktionierte der Marathon auch bislang nur aufgrund der Unterstützung durch eine Reihe von Sponsoren. Auf sie wird – ebenso wie auf die ehrenamtlichen Helfer und die Dienstleistungen der Stadtverwaltung – ein kommerziell ausgerichteter Veranstalter kaum verzichten können.