Freitag, kurz vor Mitternacht. Am Hauserbrunnen in Singen ist nicht viel los. Einige kleinere Grüppchen queren den Platz. Doch in dieser Nacht ist hier auch der Treffpunkt von Aktiven von Bündnis 90/Die Grünen, die ihre Wahlplakate in der Fußgängerzone aufhängen wollen. In Zweierteams nehmen sie sich zunächst die August-Ruf-Straße vor.

Auch zwei Teams der Freien Wähler kommen gegen 0 Uhr in die nahezu menschenleere Innenstadt. Ramona Halmer und Peter Schmitt-Förster bilden ein Team, Volkmar Schmitt-Förster und Norbert Schaible das andere. "Eigentlich bin ich nur zu Besuch, doch ich helfe gern", sagt Peter Schmitt-Förster.

Erst mal sortieren, dann aufhängen. Um Mitternacht sind die Grünen in der Fußgängerzone unterwegs. Im Bild (von links) Elmar Kühling, Mario Hüttenhofer, Eberhard Röhm, Tabikan Runa und Peter Teubner. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Erst mal sortieren, dann aufhängen. Um Mitternacht sind die Grünen in der Fußgängerzone unterwegs. Im Bild (von links) Elmar Kühling, Mario Hüttenhofer, Eberhard Röhm, Tabikan Runa und Peter Teubner. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Regeln fürs Plakatieren

Beim Plakatieren gibt es einiges zu beachten. Laut Sondernutzungssatzung ist Plakatieren für die Kommunal- und die Europawahl ab Samstag, 13. April, 0 Uhr, erlaubt. Das sind genau 43 Tage vor dem Wahltag. Wer früher aufhängt, könnte eine Ordnungsstrafe bekommen. Doch außer den Freien Wählern und den Grünen ist kurz nach Mitternacht in der Innenstadt noch niemand von den anderen Parteien unterwegs. Konkurrenz wegen der besten Plätze gibt es nicht. Man überlegt gemeinsam, wo man Plakate aufhängen darf und wo nicht.

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Die Freien Wähler sind in dieser Nacht nicht nur in der Innenstadt unterwegs, sondern auch in der Nord- und Südstadt. Auch bei den Grünen ist ein Zweierteam in der Südstadt. Im Zentrum sind Mario Hüttenhofer, Elmar Kühling, Tabikan Runa, Peter Teubner und Eberhard Röhm im Einsatz. Die Aktionen seien immer nett und man komme auch ins Gespräch, erzählt Teubner. Als in der Nähe des Hauserbrunnens das erste Plakat mit dem Slogan "Hier sind Bienen wieder zuhause" hängt, kommen zwei junge Frauen zufällig vorbei und fotografieren sich gegenseitig vor dem Plakat. "Weil wir Bienen mögen", sagt die eine ganz entzückt.

Auch SÖS plakatiert

Im Laufe des Samstags finden sich weitere neue Plakate in der Stadt, beispielsweise von FDP und Neuer Linie. Die CDU hat ihre Plakate am Sonntag aufgehängt. "Wir waren mit sieben Teams und rund 30 Leuten rund vier Stunden unterwegs", sagt der Fraktionsvorsitzende Franz Hirschle. Die SPD bekam ihre Plakate erst am Montag. "Leider hat die Druckerei sie nicht, wie versprochen, am Freitag geliefert", so die SPD-Fraktionsvorsitzende Regina Brütsch. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Stefan Dierking verfügt über ein halbes Dutzend Helfer. Auch von der neuen Gruppierung "SÖS" (Singen – ökologisch und sozial) sind inzwischen Plakate in der Stadt zu sehen.

Tizian Mattes (CDU) hilft selbst beim Aufhängen der Plakate.
Tizian Mattes (CDU) hilft selbst beim Aufhängen der Plakate.

Die FDP hat am Samstag ihre Plakate von einer Firma aufhängen lassen. "Wir haben Plakate, die auf Basis einer von der FDP vorgeschlagenen Kampagne gedruckt wurden", so die FDP-Fraktionsvorsitzende Kirsten Brößke. Sie ist ganz begeistert von den frischen Farben auf den Plakaten. Die Gesichter der drei amtierenden Stadträte sind auf diesen zu sehen.

Freie Wähler setzen auf Sicherheit

Auch für die Neue Linie hat das Plakatieren eine Firma übernommen. "Das ist aus Haftungsgründen einfach sicherer, denn es ist nicht auszudenken, was wäre, wenn ein ehrenamtlicher Helfer von der Leiter fällt", sagt Marion Czajor. Spätestens eine Woche nach der Wahl müssen die Plakate dann wieder abgehängt werden. Doch nun geht es für die Parteien erst einmal um die aktive Phase des Wahlkampfs. Auf dem Markt und in der Innenstadt kann man in den nächsten Wochen mit Infoständen rechnen.