Seit dem Jahr 2007 wird nach dem Willen der Vereinten Nationen der Internationale Tag der Demokratie begangen. Ziel dieses Tages ist die Förderung und Verteidigung der Grundsätze der Demokratie, zum Beispiel die Wahrung der Menschenwürde, der Gleichheit vor dem Gesetz, der Gewährleistung freier Wahlen und der Meinungs- und Pressefreiheit.

Als Stadt, in der rund 70 Nationalitäten friedlich miteinander leben und sich gegenseitig beleben, zeigte Stadt Engen in dieser Region durch eine besondere Aktion die Bereitschaft, auf diese internationale Aktion aufmerksam zu machen.

Das Privileg, in einer Demokratie zu leben

Zum „Tag der Demokratie“ richtete die Aktionsgemeinschaft „Unser buntes Engen“ im Stadtpark ein Fest der Begegnung aus. „Diese Aktion soll auch Anlass sein, daran zu erinnern, welches Privileg es darstellt, in einer liberalen Demokratie zu leben, zusammen mit allen Nationen“, erklärte der Sprecher der Aktion „Unser buntes Engen“, Ajmal Farman. Darüber hinaus biete dieser Aktionstag die Möglichkeit, einen geschärften Blick auf aktuelle Herausforderungen und Angriffe auf bestehende Demokratien weltweit zu werfen. Zum Beginn der bundesweiten Aktion ließen Kinder mit ihren Eltern extra ausgesuchte biologisch abbaubare bunte Luftballons steigen. Sie gaben ein freundliches und friedliches Bild vor der Kulisse der Altstadt ab; die besten Wünsche für unsere Demokratie begleiteten sie.

Grußwort des Bpürgermeisters

„Ich freue mich, dass die positive Einstellung gegenüber der Demokratie auch bei uns momentan recht fest verankert ist“, bekundete Bürgermeister Johannes Moser in seinem Grußwort und dankte der Aktionsgemeinschaft „Unser buntes Engen“ für die Ausrichtung der Veranstaltung. Das Grundgesetz regele die Demokratie in Deutschland und könne in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern, erinnerte der Bürgermeister. Das sei für die ganz große „Mehrheit der in Deutschland lebende Menschen ein positiver Anlass“, ist sich der Bürgermeister sicher. „Wir alle können stolz darauf sein, dass uns unsere demokratische Grundordnung 70 Jahre lang zu einer großen politischen und wirtschaftlichen Stabilität verholfen hat und gleichzeitig dankbar sein“, so Johannes Moser. Das sei nicht immer so gewesen und viele Menschen seien in Deutschland eben auch skeptisch in Bezug darauf, was die nächsten zehn Jahre für die deutsche Demokratie bringen könnten, erinnerte er warnend.

Plädoyer für gesellschaftliche Vielfalt

Gut beraten seien die Bürger und besonders die Politiker, wenn sie ihre freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht für denkmalgeschützt hielten. Die Demokratie stehe in Deutschland wie in anderen Ländern seit einigen Jahren vor neuen Herausforderungen, ist er zusammen mit vielen führenden Köpfen in Politik und Wirtschaft überzeugt: „Die außerordentliche Bereitschaft zahlreicher Bürger in Engen, sich für soziale Zwecke, ihre Mitmenschen und Flüchtlinge zu engagieren, demonstriert eindrucksvoll die Lebendigkeit unserer Gemeinschaft und den Willen, Demokratie mit Leben zu füllen.“

Auch die Mitarbeiterin von Engagement Global, Franziska Freihart, betonte in ihrem Referat: „Demokratie lebt vom Mitmachen und der Beteiligung. Um dies auch für die Zukunft sicherzustellen, bedarf es unser aller Anstrengung und dem Wissen darüber, Demokratie gibt es in großer Vielfalt und Interpretationen.“ Verständnis und Akzeptanz erleichtere es Anderen, ihre Religion und ihr Demokratie-Verständnis zu verstehen und zu tolerieren.

Am Nachmittag sorgte das Trio „In-Takt“ für Unterhaltung. Der Tag wurde abgerundet durch ein Open-Air-Kino auf der Freilichtbühne hinter dem Rathaus, wo in Kooperation mit der Ateliergemeinschaft Mahler/Müller-Harter der vielfach ausgezeichnete Film „Searching for Sugarman“ von Malik Bendjelloul über den Musiker Sixto Rodriguez gezeigt wurde.