Wer am Sonntag oder Montag zum Radolfzeller Hausherrenfest ging, stellte ziemlich erstaunt fest, dass es tagsüber zwar jede Menge Stände, Festzelte und Bierbänke gab, dort aber größtenteils gähnende Leere herrschte.

Was Wunder, denn musikalische Unterhaltung war zumindest am Montag an der Uferpromenade Fehlanzeige. Dabei gilt der Hausherrenfest-Montag als großer Tag der Einheimischen. Gut, es handelt sich um ein Kirchenfest und wer früh morgens die Wasserprozession auf dem Bodensee zwischen Moos und Radolfzell verfolgte, war sicherlich beeindruckt. Aber die Leute wollen doch ein bisschen feiern. Und da gehört Musik dazu - nicht nur am späten Abend. Da ist es erbärmlich, dass nur aus der Bahnhof-Unterführung umgezogene Straßenmusiker beim Fest fiedeln.

Zum Vergleich: Das Singener Stadtfest bietet auf sechs Bühnen 180 Stunden Musik, Tänze und Klamauk, das Burgfest am Sonntag gar auf 13 Plätzen Non-Stopp-Unterhaltung. Dies kostet zwar sechs bis acht Euro, dafür gibt das wunderbare Hontes-Ambiente als Zugabe. Auch das Engener Altstadfest am Samstag zeigt auf: Im Hegau spielt die Musik.