Ein Schulleiter und seine Stellvertreterin müssten heute Moderator, Manager, Lehrkraft und Hauspsychologe sein, sagte Karlheinz Deußen. "Man muss Krisen mögen und unklare Situationen strukturieren", erklärte der Schulamtsleiter wohl nicht nur im Hinblick auf den Lehrermangel. Gregor Fischer und Nicole Schaub-Rüegg bringen diese Eigenschaften offensichtlich mit. Sie arbeiten seit Juli des vergangenen Jahres als Schulleiter und Konrektorin der Schillerschule. Fischer ist der Nachfolger von Ulrike Armbruster, die im Juli in den Ruhestand gegangen ist. Jetzt ist das neue Schulleiterteam offiziell in sein Amt eingeführt worden. Beide sind seit 2001 an der Schillerschule, Fischer ist seit 2005 Konrektor. Es sei selten, dass Rektor und Konrektorin gemeinsam aus dem Kollegium ins Amt kommen und das spreche für ein gutes Miteinander an der Schule, sagte Deußen.

Dieses gute Miteinander gilt auch für das Verhältnis zur Stadt Singen als Schulträger. "Wir wollen Sie bei Ihrer Arbeit an einer Schule mit mehr als 70 Prozent an Kindern mit Migrationshintergrund unterstützen", sagte Oberbürgermeister Häusler. Schuldekan Thomas Kirchberg erinnerte daran, dass die Lehrer die Kinder dort abholen müssten, wo sie stehen. Religionslehrer Uwe Mingo segnete das Schulleiterteam. Gerhard Schlosser hatte als geschäftsführender Schulleiter aller Singener Schulen einige Verkehrsschilder für die neue "Gregor-Fischer-Straße" im Gepäck. Er gab grünes Licht für den Wandel zur Grundschule, der bis 2019 abgeschlossen sein soll. Außerdem hatte er ein Schild "Vorsicht Bauarbeiten" dabei, das auf die Neugestaltung des Schulhofs hinweisen soll. Ein Foto von einem Blitzer hielt er ebenfalls hoch: Die Schulleiter sollen bei Neuerungen nicht zu schnell unterwegs sein und ihr Team mitnehmen. Ein Schild mit einem Bett darauf, solle darauf verweisen, sich Ruheräume zu schaffen. Die Lehrerinnen Eva Latocha und Nadine Kölmel lobten ihre neuen Vorgesetzten und charakterisierten sie als nervenstark, dynamisch, zuverlässig und hilfsbereit. Gregor Fischer und Nicole Schaub-Rüegg machten in ihrem Schlusswort deutlich, dass Integration an ihrer Schule gelebt werde. "Wir sind eine multikulturelle und multireligiöse Schule", sagte Fischer und verwies auf den Islamunterricht. Man lese und höre fast täglich in den Medien von fremdenfeindlichen Angriffen. "So etwas gibt es bei uns nicht", sagte der Schulleiter. Lehrer Torsten Schön führte locker durchs Programm, das durch viele Beiträge der Schüler ergänzt wurde.

Schullandschaft

Die Werkrealschulen haben ausgedient: Die Schillerschule wird 2019 von der Grund- und Werkrealsschule zur reinen Grundschule. Zur Zeit gehen etwa 300 Schüler auf die Schule, dann werden es etwa 220 sein. Schüler, die auf die Werkrealschule gehen wollen, besuchen die Johann-Peter-Hebel-Schule in der Südstadt, gehen auf die Beethovenschule als Gemeinschaftsschule oder auf eine der beiden Singener Realschulen.