Wie hoch sind 27 Meter? Für den Laien ist das aus einem Bauplan kaum ablesbar. Man hätte ja nur elf Meter von dem 38 Meter hohen Baukran abziehen müssen, um sich eine Vorstellung zu machen. Aber auch das hilft nicht viel. Die Singener mussten sich einfach gedulden und dem langsamen Wachstum des zweiten Museums Art & Cars (MAC 2) zuschauen. Jetzt ist der Rohbau fertig. Wegen der besonderen Architektur des Gottmadingers, Daniel Binder, wieder eine Spezialanfertigung und damit quasi Handarbeit. "Aus ganzen fünf Mann bestand die Kerntruppe um Klaus Czerwinski", erklären die Bauherren Gabriela Unbehaun-Maier und Hermann Maier.

172 Besucher bekommen einen ersten Einblick

Am Freitagabend hatte das Stifterehepaar zum Richtfest geladen. Ein Gefühl für die Höhe der Räume, die verschiedenen Ausstellungsmöglichkeiten und den Blick über die Stadt erhielten die 172 Gäste beim Rundgang. Einen Vorgeschmack auf die Lichtkunst von Markus Brenner im Innersten, dem 17 Meter in die Höhe ragenden Foyer, konnten die Besucher beim Festschmaus bekommen.

Bei Fragen nach den Kosten für das neue Museum verschließen sich die Lippen. "Wir wollen die Menschen erfreuen", erklärt Gabriela Maier schlicht. Ihr Mann ergänzt: "Der Quadratmeter unseres Museums kostet die Hälfte von staatlichen." Und: Die Gabriela und Hermann-Maier-Familienstiftung sei durch andere Immobilien für die Zukunft abgesichert.

Der künstlerisch gestaltete BMW weist den Weg zur MAC-Baustelle.
Der künstlerisch gestaltete BMW weist den Weg zur MAC-Baustelle. | Bild: Tesche, Sabine

Fragt man die Investoren nach ihrer Motivation, so antwortet Gabriela Maier: "Wir haben eine Leidenschaft für Autos. Die Erfindung der Mobilität hat uns wahnsinnig weit gebracht." Ganz praktisch brauche man Platz.

Platz wird es auch für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen in der sogenannten Sky-Lounge, dem lichtdurchfluteten Dachgeschoss, geben. Auch davon konnten sich die Richtfestbesucher beim Rundgang durch den Rohbau übezeugen. Alle übrigen vier Geschosse werden als Dunkelräume mit besonderen Lichtinstallationen ausgestattet, wie Markus Brenner erklärte.

Die Landschaft als Vorbild für die Architektur

Den weichen Formen des kleinere MAC 1 hat der Architekt Daniel Binder mit dem MAC 2 ein kantiges Pendant mit dem dreifachen Volumen des ersten Museums an die Seite gestellt. Die raue Gestalt sei dem Fels des Hohentwiel nachempfunden, erklärt Binder. Innen überbrücken drei Brücken den Spalt über dem Foyer zwischen den Gebäudeteilen. Mithilfe eines großen Aufzugs sollen die Oldtimer in die oberen Geschosse transportiert werden. Insgesamt sollen über 50 Fahrzeuge ausgestellt werden können. Das Stifterehepaar wird im vierten Stock die eigene Sammlung zeigen.

Einen Wunsch richtet Gabriela Unbehaun-Maier an die Stadtverwaltung: Sie möge doch das Aachufer in der Parkstraße zugänglich machen, so das künftige Museumsbesucher sich dort aufhalten können. OB Bernd Häusler war am Freitag auch unter den Gästen.