Viele Gäste gaben sich die Ehre. Der Singener Ortsverein des DRK feierte sein 125-jähriges Bestehens im Bürgersaal des Rathauses. OB Bernd Häusler begrüßte als Vorsitzender Vertreter aus Politik, Wirtschaft, befreundeter Hilfsdienste und vom Rotkreuz-Verband. Sogar eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr der slowenischen Partnerstadt Celje war gekommen. Sorglos konnte er nicht in die Zukunft blicken. Es werde immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich einsetzen. Die Mitgliederzahl des Ortsvereins sei in den letzten Jahren stark zurückgegangen. 150 Mitglieder tragen das DRK, davon 50 aktive Helfer. Auch der Respekt vor den ehrenamtlich Tätigen lasse besorgniserregend nach, wie immer mehr verbale und auch tätliche Übergriffe bewiesen, so Häusler. Auch werde es schwieriger, junge Menschen für das Rote Kreuz zu begeistern. Dann aber hob Häusler die Leistungen der Aktiven im Ortsverein hervor: Er nannte zum Beispiel die dramatische Zunahme der Einsätze der Schnelleinsatzgruppe, die von 31 im Jahr 2016 auf 50 im letzten Jahr gestiegen sei. Er kam dann auf die unzähligen Einsatzstunden des Sanitätsdienstes zu sprechen, wie etwa beim Hohentwielfest und bei den zahlreichen Musikfestivals, auf die Erste-Hilfe-Kurse, die geleistete Sozialarbeit, den Behindertenfahrdienst und auf die Blutspendertage, wo sich im letzten Jahr 166 Helferinnen und Helfer um 1400 Spender kümmerten. Sogar die Seniorengruppe des Ortsvereins helfe an den Blutspendertagen noch aktiv mit, wie Häusler lobend erwähnte. Auch vergaß er nicht, all diejenigen zu danken, die den DRK-Ortsverein finanziell unterstützen, wie den privaten Gönnern mit ihren Geldspenden, den passiven DRK-Ortsvereinsmitgliedern sowie den Unternehmen und Vereinen, die wichtige Investitionen mitfinanzierten, wie zum Beispiel den neuen Behindertentransporter, dessen Leasingraten von einer Sponsorengemeinschaft bezahlt werden.

Dann ergriff Peter Löchle als Vizepräsident des Landesverbandes das Wort und lobte Häusler als engagierten Ortsvorsitzenden, wofür es vom Publikum spontanen Applaus gab. Der Vizepräsident wies dann auf die internationalen Hilfseinsätze des DRK hin und dass immer ohne Ansehen der Hautfarbe und Religion all denjenigen geholfen werde, die Hilfe benötigten. Er überreichte Häusler ein Bild, auf dem 1500 Rote-Kreuz-Helfer vor dem Brandenburger Tor zu sehen sind und dort ein riesiges Rotes Kreuz bilden.

Extra für diesen geschichtsträchtigen Akt hatte Helmut Fluck Requisiten des DRK aus alten Zeiten zur Verfügung gestellt. Blickfang der Jubiläumsfeierlichkeiten waren zweifelsohne Eva Wenzel, Irmgard Beuter und Gertrud Wagner, die seit vielen Jahrzehnten im Singener Ortsverein tätig sind. Sie hatten sich in historischen Rote-Kreuz-Schwestern-Uniformen gekleidet.

Blickfang der Jubiläumsfeierlichkeiten waren zweifelsohne (von links) Eva Wenzel, Irmgard Beuter und Gertrud Wagner, die seit vielen Jahrzehnten im Singener Ortsverein tätig sind. Sie hatten sich in historischen Rote-Kreuz-Schwestern-Uniformen gekleidet.
Blickfang der Jubiläumsfeierlichkeiten waren zweifelsohne (von links) Eva Wenzel, Irmgard Beuter und Gertrud Wagner, die seit vielen Jahrzehnten im Singener Ortsverein tätig sind. Sie hatten sich in historischen Rote-Kreuz-Schwestern-Uniformen gekleidet. | Bild: Elmar Veeser

Auch Renate Brugger von der Kreisbereitschaftsleitung des DRK gratulierte dem Singener Ortsverein und wies in ihrem kurzen geschichtlichen Abriss darauf hin, dass es erst seit 1973 bundesweit eine einheitliche Notrufnummer gebe. Sie überreichte dem DRK Ortsverein Singen einen Scheck in Höhe von 3000 Euro.

Zum Schluss übermittelten dann Vertreter der Freiwillige Feuerwehr aus der Singener Partnerstadt Celje ihre besten Jubiläumswünsche und verliehen Oberbürgermeister Bernd Häusler eine Ehrenplakette und schenkten ihm Hochprozentiges aus der Heimat. Für die musikalische Unterhaltung der Jubiläumsfeier sorgte die Band Hontes-Brass aus Singen, die für ihre Nummern viel Applaus erhielt.