Singen Christian Rösners Songs berühren

Zu tun hat der Lehrer, Familienvater und Musiker Christian T. Rösner wahrlich genug. Warum er sich dennoch stark in die Entstehung des Freilichtspiels Diessenhofen auf der Rheinbühne „Schwarzes Gold“ einbringt, erzählt er im Redaktionsgespräch.

Montags bei Trautmann: Zu tun hat der Lehrer, Familienvater und Musiker Christian Rösner wahrlich genug. Warum er sich dennoch stark in die Entstehung des Freilichtspiels Diessenhofen auf der Rheinbühne „Schwarzes Gold“ einbringt, erzählt er im Redaktionsgespräch.
 

Herr Rösner, Sie komponieren und texten Lieder für ein Theaterprojekt, für das schon viele Sponsoren Geld zusammengelegt haben. Worum geht es in „Schwarzes Gold“?
 

Es ist ein Stück von Gabriele Caduff, das in dem fiktiven Ort „Rheinhofen“ spielt, der dem realen Städtchen Diessenhofen ungemein ähnlich ist. In diesem Rheinhofen verändert sich alles, als ein Industrieller beginnt, nach Erdöl zu bohren. Das schwarze Gold lockt Menschen in Scharen an, die die Umwelt und die Gesellschaft zerstören. Mit dem Geld kommt die Gier. Die Idylle gerät aus den Fugen. Was die Drehbuchautorin da geschrieben hat, ist ein spannender Umweltkrimi, der aber auch die Menschen zum achtsamen Umgang mit ihrem Lebensraum auffordern will. Die Frage, die die Autorin stellt, ist doch: Was macht so ein Fund mit Dir und mit Deiner Umgebung?
 

Denken Sie dabei an die Fracking-Diskussion im Bodensee?
 

Das ist in der Tat Thema. Ich bin froh, dass sich unser Bundestagsabgeordneter Andreas Jung so deutlich gegen diese Tiefenbohrungen nach Gas ausgesprochen hat. Das Öl im Theaterstück von Gabriele Caduff hat eine viel größere, symbolische Bedeutung und könnte auch auf das geplante Atomendlager in Benken anspielen. Sie will uns mit dem Stück wachrütteln.
 

Wie sind Sie auf das Projekt gestoßen?
 

Ich hatte da so einen Flyer von dem Theaterprojekt zu Hause in meinem Musikzimmer im Keller liegen. Und immer, wenn ich da zum Singen auf meinem Barhocker saß, sah ich den im Augenwinkel. Irgendwie hat mich das Thema fasziniert. Plötzlich kam mir die Idee, ein Lied dafür zu schreiben. Und dann ist der Titelsong „Schwarzes Gold“ einfach so aus mir herausgeflossen. Dann habe ich all meinen Mut zusammengefasst und habe ihn der Drehbuchautorin und dem Produzenten Rolf Riedweg in Diessenhofen in der Kulturstube Löwen vorgespielt.
 

Und daraus wurde dann direkt eine Zusammenarbeit?
 

Gabriele Caduff und der Produzent Rolf Riedweg waren von meinem Lied sofort begeistert. So entstand die Idee zur Zusammenarbeit, und ich hatte gleich noch zwei Aufträge für weitere Songs. Zum einen sollte ich eine Eingangshymne komponieren (siehe auch Auszug im Infokasten); das zweite Thema bezieht sich auf ein Männerlager, vergleichbar mit dem Goldrausch im wilden Westen. Ich werde einen jungen Mann spielen, der ein Stück Rheinufer vom Großvater bekommen hat, mit der Auflage, es so wie es ist zu erhalten.
 

Wie darf man sich die Aufführung des Stückes vorstellen?
 

Es gibt schon Pläne für eine Bühne im Rhein hinter dem Kloster Katharinental auf dem Gelände des „alten Badi“. Es soll mit Laien und Profischauspielern aufgeführt werden. Dazu wird die ganze Region um Diessenhofen und Gailingen gebraucht. Im November sollen die Castings beginnen, im März dann die Proben. Da hat Gabriele Caduff ja genügend Erfahrungen von ihrem Stück „Wie einst Oliver Twist“, das 7000 Besucher in Schaffhausen und Stein am Rhein gesehen haben.
 

Und wer finanziert das?
 

Der Verein Rheinspiele, der im Oktober 2012 gegründet wurde, ist auf der Suche nach Sponsoren. Der Stadtammann Walter Sommer hat die Schirmherrschaft übernommen und städtische Unterstützung zugesagt. Die Rheinspiele sollen als Marke etabliert werden. Vor allem soll es nach dem Vorbild der grenzüberschreitenden Erzählzeit und der Museumsnacht auch in Köpfen der deutschen Nachbarn verankert werden. Die Gemeinderäte von Gailingen und Diessenhofen haben schon eine Kostprobe bekommen.
 

Ab Frühjahr startet für Sie die heiße Probenphase. Wie können Sie das mit einer wachsenden Familie, kleinen Kindern und dem Lehramt vereinbaren?
 

Das habe ich natürlich mit meiner Frau besprochen. Sie ist ja neben der Familie als Hotelbetreiberin stark beansprucht. Aber sie hat zugestimmt, weil sie wie ich gesehen hat, dass ich so eine Chance so schnell nicht wieder bekomme.
 

Als Unterhaltungsmusiker haben Sie schon viele Stationen hinter sich. Unter anderem haben Sie zusammen mit Michael Brauch die Band „Acoustical South“ gegründet. Doch nun haben Sie sich anders orientiert, sind sanfter, nachdenklicher geworden. Warum?
 

Heute habe ich mich als Musiker ganz neu erfunden. Mit Ralf Rentz habe ich einen musikalischen Partner gefunden, mit dem ich alte Hits covern kann. Ich singe eben sehr gerne und das kann ich in dem Duo. So sind wir auch in die Kulturstube Löwen in Diessenhofen gekommen, wo wir übrigens am 25. Oktober für Interessierte alle Songs aus „Schwarzes Gold“ vorstellen werden.
 

Bleibt bei so viel Engagement noch Zeit für etwas anderes?
 

Ein paar Hobbies gibt es noch: Ich bin Skilehrer beim Skiclub Gottmadingen, spiele Tennis beim TC Singen und halte meiner Frau den Rücken frei.
 

 

Person und Komposition

Der gebürtige Singener

Christian Thomas Rösner (43) wuchs in Gottmadingen auf, wo er auch heute als Lehrer in der Eichendorffrealschule tätig ist. Mit seiner Frau Anja hat er zwei Kinder im Alter von drei und einem Jahr. Ein drittes Kind ist unterwegs. Nach dem Abitur am Friedrich-Wöhler-Gymnasium, dem Zivildienst bei der AWO in Gottmadingen und dem Lehramtsstudium in Freiburg (Englisch, Geographie und Musik) unterrichtete er zunächst zwei Jahre in einem Schweizer Internat. Im Jahr 2000 kam er wieder in den Hegau zurück, um hier als Lehrer zu arbeiten. Schon im Alter von sieben Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik. 1985 war er Gründungsmitglied der „Tom-Alex-Band“, später war er Mitglied der Coverband „The Voice“ und 2000 gründete er zusammen mit Michael Brauch die Band „Acoustical South“. Im Duo „CR's Old School“ hat er sich zusammen mit Ralf Rentz den Hits ab den 1950er Jahren zugewandt. Seine neueste Aufgabe ist die Komposition von Liedern und Texten zu dem für die Rheinspiele geplanten Theaterstück „Schwarzes Gold“. (gtr)
 

 

„Rheinhofen“ (Textauszug):

Nebel liegt über dem Fluss,

am Fachwerk bröckelt der Putz

Blumenkästen auf der Holzbrücke

Pontoniers wiegen im Wind

Am Rheinstrand lacht ein Kind

Die Stadt spiegelt sich im Strom

Es ist der schönste Ort auf Erden

Hier möchte ich alt werden

So kenn ich dich, so lieb ich dich

Heimatstadt Rheinhofen,

erzähl von der Vergangenheit

So kenn ich dich, so lieb ich dich

Heimatstadt Rheinhofen, …

(Christian Thomas Rösner)

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