In Form und Gestaltung der feierlichen Eucharistiefeier ist Fronleichnam einer der höchsten Festtage im katholischen Kirchenjahr. Junge Erstkommunikanten, Firmlinge und Ministranten mit Kreuz und Fahnen, jeweils aus allen fünf Kirchengemeinden des Aachtals (Arlen, Bohlingen, Worblingen, Rielasingen und Überlingen am Ried), Priester, viele Gläubige und der örtliche Musikverein zogen in einer feierlichen Prozession durch die Straßen von Überlingen.

Hinter den Erstkommunikanten schlängelte sich der feierliche Prozessionszug der Gläubigen durch die Straßen von Überlingen am Ried.
Hinter den Erstkommunikanten schlängelte sich der feierliche Prozessionszug der Gläubigen durch die Straßen von Überlingen am Ried. | Bild: Rolf Hirt


Sie zeigten in Worten und Gesängen, dass Jesus Christus auch außerhalb des Kirchenhauses mitten im Leben der Menschen gegenwärtig ist. „Als Brot des Lebens, als gewandelte Hostie steht Christus selbst im Mittelpunkt dieser Prozession, damit präsentieren wir eine Tradition und keinen exotischen Kult“, betonte Pfarrer Bernhard Knobelspies in seiner Predigt.

Damit die Kirche im 21. Jahrhundert eine Zukunft hat, braucht es den Einsatz vieler engagierter Gläubige. Eine ganze Reihe von Ehrenamtlichen aus den Pfarrgemeinden der Seelsorge Aachtal trugen zum Gelingen des Festes in Überlingen am Ried bei. Schon vor sechs Uhr schmückten Freiwillige den Prozessionsweg. Vor dem Kircheneingang fertigten die Überlinger Ministranten einen Blumenteppich an. Während die Glocken vom Kirchenturm das „Sechs-Uhrläuten“ verkündeten, wurden unten auf dem Steinboden Folien ausgebreitet und darauf selbst gefertigte Bilder mit Rasenschnitt und Blumen belegt. „Letztes Mal halfen uns dabei noch Erwachsene, dieses Jahr haben wir das alleine vorbereitet“, sagte Oberministrantin Sara Siebel stolz. Auf dem nahen Schulhof bei der Grundschule wurde um diese Zeit ebenfalls emsig gewerkelt.

Zehn Firmlinge unter der Leitung von Walburga Heller aus Worblingen legten den Blumenteppich vor dem Altar. Passend zum Sakrament der Firmung wählten sie als Motiv „Komm Heiliger Geist“ mit einer Taube. Fein säuberlich werden die Linien mit Erde modelliert und diese dann mit zuvor vorbereiteten verschiedenfarbigen Blüten ausgelegt. Den Mädchen war dabei eine spürbare Gruppendynamik und Kreativität anzumerken, nach Beendigung ihrer Arbeit waren sie stolz auf ihr (Meister)Werk.

„Es ist eine schöne Tradition, dass junge Christen sich an Fronleichnam aktiv beteiligen. Das sollte unbedingt so fortgeführt werden“, hofft Walburga Heller. Rainer Moser und andere Helfer der Pfarrgemeinden hatten in der ­Zwischenzeit den Schulhof für die Messe vorbereitet. Beim Einzug der Priester und Ministranten zur Messe spielte der Musikverein auf und der Gesamt-Kirchenchor mit etwa 70 Sängern unter der Leitung von Sven Mendel hatte seinen Auftritt. „Ich bin überwältigt von den wunderschönen Blumenteppichen, so hat das prunkvolle Fronleichnam auch weiterhin eine Zukunft“, meinte ­Mendel.

Neuer Pfarrer im Aachtal

Die Vorfreude in der Kirchengemeinde Aachtal ist groß. Zum 1. Juli bekommen die 8800 Katholiken in den Pfarreien Arlen, Bohlingen, Worblingen, ­Rielasingen und Überlingen am Ried einen neuen Priester. Arthur Steidle (60 Jahre) war bislang Pfarrer in Neckargemünd (Dekanat Kraichgau).

Steidle wurde 1956 in Konstanz geboren und empfing 1987 die Priesterweihe, danach war er als Vikar in Lauda und in Singen. Von 1991 bis 2003 war Arthur Steidle Pfarrer in Haigerloch und dort stellvertretender Dekan. Von 2005 bis 2014 leitete er die ­Seelsorgeeinheit Neckargemünd, zuletzt war Steidle Pfarrer in der Seelsorge Neckar-Elsenz. Am Sonntag 2. Juli, wird ­Arthur Steidle mit einer feierlichen Investitur in Rielasingen in sein neues Amt als Leiter der Seelsorge Aachtal eingeführt. (hir)