Blau schimmert die leuchtende Kugel auf der Bühne, um die sich zwei Monate bei der Färbe alles gedreht hat. Über 30 Aufführungen mit weit über 3000 Besuchern bilanziert Färbe-Dramaturgin Cornelia Hentschel nach dem großen Finale des diesjährigen Herbst-Knallers am Silvesterabend. "Bis zuletzt waren wir immer bestens besucht", freut sie sich über den Erfolg der Camoletti-Komödie Boeing-Boeing, die Peter Lüdi ebenso erfrischend modernisiert, wie auch herrlich antiquiert in der Basilika auf der Musikinsel inszeniert hat. Augenzwinkernd nimmt er den Charme der 60-er Jahre auf, lässt das Wählscheiben-Telefon klassisch klingeln, den Leuchtglobus zum Weltreisewerkzeug werden und Kommunikation per Telegramm ablaufen. Doch bei aller Nostalgie bleibt der zeitlose Kern der Komödie: Was kann einem überzeugten Polygamisten besseres passieren, als in einer Weltstadt zu wohnen, auf deren Flughäfen attraktive Stewardessen aller Airlines der Welt sich nach einem festen Anlaufpunkt und einem Mann sehnen – vorausgesetzt, man kennt die Flugpläne. Doch wer perfekt plant, wird von den Zufällen des Lebens umso härter getroffen – so lautet ein Gesetz des Lebens und mehr noch der Komödie. Die Turbulenzen erreichten schnell ihren Höhepunkt, aber auch zum Silvester-Finale gab es ein Happy-End.

Inzwischen herrscht Umbauphase in der Basilika, denn die nächste Färbe-Premiere am Freitag, 12. Januar, wird wieder dort gefeiert – mit dem Dürrenmatt-Klassiker "Die Physiker", in dem Wahnsinn und Vernunft nur schwer zu unterscheiden sind. "Der arrivierte, aus Singen stammende Regisseur Klaus Hemmerle inszeniert nach einer imponierenden Karriere an zahlreichen Staats- und Stadttheatern erstmals in seiner Heimatstadt", kündigt Dramaturgin Cornelia Hentschel an.

Vorstellungen jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag um 20.30 Uhr. Vorverkauf: Tel. (07731)6 46 46. Abendkasse und Ausschank in der Basilika ab 19.30 Uhr. Eintritt: 22 Euro, ermäßigt 17 Euro.