Der Landtagskandidat der Linken für den Wahlkreis Singen-Stockach, Jürgen Geiger, hatte sich für seinen Wahlkampf mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger prominente Unterstützung geholt.

Bernd Riexinger hat an diesem Abend hauptsächlich zwei Missionen. Die erste: er möchte, dass die Linke die Fünf-Prozent-Hürde meistert und in den Landtag einzieht. Die zweite Mission: er ließ kaum ein Thema aus, um an der jetzigen Landesregierung Kritik zu üben. Der Kandidat des Wahlkreises ging am Anfang kurz auf das geplante ECE-Center in Singen ein. „Das ist ein unappetitlicher Klotz, den niemand braucht“, sagte Geiger zum Einstieg. Die Argumente, es entstünden Arbeitsplätze, seien fadenscheinig, denn dies seien voraussichtlich vor allem Minijobs unter schlechten Arbeitsbedingungen.

Nicht ganz glücklich war Bernd Riexinger, dass er in der Vorstellung an diesem Abend durch Jürgen Geiger, immer noch vorwiegend auf seine Arbeit als Gewerkschafter bei Verdi reduziert werde, obwohl er seit fast vier Jahren Bundesvorsitzender der Linken ist. „Wir wollen das erste Mal in den baden-württembergischen Landtag“, unterstreicht er. Allerdings sei der Wahlkampf extrem von der Flüchtlingssituation überlagert. Das habe er bei der Elefantenrunde Anfang der Woche in Stuttgart wieder erlebt. Doch es gibt für ihn keinen Zweifel: „Menschen, die vor Krieg fliehen, muss geholfen werden!“ Auch stellt er sich ungern vor, dass es nach der Wahl mit der AfD eine rechte Opposition gebe, aber keine linke.

Der Politikwechsel sei nach Landtagswahl 2011 ausgeblieben und viele Versprechungen nicht erfüllt worden. Riexinger sieht es als wichtige gesellschaftliche Aufgabe, dass alle Menschen bezahlbaren Wohnraum haben. Er forderte auch mehr Investitionen in Gesundheit, Pflege und Erziehung und höhere Bezahlung für soziale Arbeit. Die Linke würde ein Programm gegen Armut vorlegen. „Wir brauchen dringend ein Landessozialticket“. Auch mit der Nutzung der Leiharbeit ging er scharf ins Gericht.

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