Im April soll Melinda Liebermann nach 23 Jahren an der Jugendmusikschule Singen in den Ruhestand verabschiedet werden. Bis dahin wird die Gesangslehrerin und Chorleiterin mit amerikanischen Wurzeln nur noch dreimal gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendchor Vocalinos auf der Bühne stehen.

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Die erste Veranstaltung findet im Rahmen der Kulturtage der Sparkasse Hegau Bodensee am morgigen Samstag, 12. Oktober, um 19 Uhr in der Singener Scheffelhalle statt. Auf dem Programm steht das Musical „Im Riff geht‘s rund“. Die Aufführung steht letztmals unter Federführung von Melinda Liebermann und bietet eine fantasievolle Show mit unterhaltsamen Einblicken in das Leben unter Wasser.

Trotz aller Vorfreude auf die Aufführung kommt bei der Chorleiterin etwas Wehmut auf: „Es ist sehr seltsam“, sagt sie zur derzeitigen Situation. „Die Kinder und Jugendlichen haben mein Leben so bereichert, dass ich es mir nicht ohne sie vorstellen kann“, erklärt sie.

Musikschulleiterin Annette Tinius-Elze (links) und Chorleiterin Melinda Liebermann hoffen zur Aufführung des Musicals „Im Riff geht‘s rund“ auf viele Zuschauer. Es wird eine der letzten Produktionen mit Liebermann sein.
Musikschulleiterin Annette Tinius-Elze (links) und Chorleiterin Melinda Liebermann hoffen zur Aufführung des Musicals „Im Riff geht‘s rund“ auf viele Zuschauer. Es wird eine der letzten Produktionen mit Liebermann sein. Bild: Karin Zöller | Bild: Karin Zöller

Das Repertoire des Musikschulchors beinhaltet Klassik, Volkslieder und Pop. Seit über 20 Jahren sind die Vocalinos fester Bestandteil der Sparkassen-Kulturtage und begeistern stets mit eindrucksvoller Leistung und berührender, musikalischer Darbietung. Eintrittsgelder plus Spende der Sparkasse kämen alljährlich der Jugendmusikschule zugute, freut sich Musikschulleiterin Annette Tinius-Elze über das großzügige Engagement der Bank.

Rückblick auf den kleinen Anfang

Die Zahl der Chormitglieder sei seit den Anfängen von 14 auf durchschnittlich 60 Kinder und Jugendliche gewachsen, weiß Melinda Liebermann. In Spitzenzeiten seien es sogar um die 100 Schüler gewesen. Die Musicalaufführungen hätten teils in der einstigen Kunsthalle und oft vor großem Publikum stattgefunden. Sensationell sei es beispielsweise bei der Kinderoper „Der Schornsteinfeger“ gewesen.

„Da hat das Publikum sogar mitgesungen“, erinnert sie sich. Zur Freude der Chormitglieder habe die Musikschule schon mehrfach Reisen mit den Vocalinos unternommen. Unter anderem nach Budapest, Wien, La Ciotat und Rom, wo der Chor an besonderen Orten singen durfte.

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Was vielfach hochgelobt wird, ist der Klang der Vocalinos. Auch Annette Tinius-Elze kann sich noch gut an den Moment erinnern, als sie den Chor vor Antritt der Stelle als Musikschulleiterin zum ersten Mal gehört hat: „Ich war so berührt von diesem wunderschönen Klang. Das hatte ich nicht erwartet“, sagt sie. Es sei eine Kunst, den Klang so hinzubekommen, lobt sie die Arbeit der Chorleiterin.

Was der Nachfolger mitbringen muss

„Die Kinder singen für Frau Liebermann„ habe sie beim Besuch einer Chorprobe festgestellt. Diese habe eine besondere Gabe im Umgang mit Kindern und mache keine Unterschiede bei Schülern. Alle würden von ihr so angenommen, wie sie sind. Das würden die Kinder spüren, ist sie überzeugt.

„Eine Ära geht zu Ende“, sagt Annette Tinius-Elze zum nahenden Ruhestand von Melinda Liebermann. Ziel sei, die Vocalinos weiterzuführen. „Es ist aber noch offen, wie es konkret weitergehen soll, da die Stelle noch nicht neu besetzt ist“, erklärt sie. Zurzeit laufe das Bewerbungsverfahren. Der Nachfolger müsse auf jeden Fall sein eigenes Profil finden, betont sie.