Für Thomas Feneberg, Geschäftsführer der Singener Baugenossenschaft Oberzellerhau (BGO) ist eines offensichtlich: "Der Druck auf den Wohnungsmarkt bleibt bestehen", betonte er bei der aktuellen Mitgliederversammlung. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum halte unvermindert an. Genau hier sieht sich die BGO in der Pflicht, wie auch BGO-Aufsichtsratschef Werner Graf anlässlich der 105. Generalversammlung im Gemeinschaftshaus der Firma Constellium erläuterte: "Die BGO ist sozusagen ein Markenzeichen und Gütesiegel für die Stadt."

Dabei kann die BGO auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. "2017 war geprägt von mehreren großen Projekten", ließ Feneberg die Gäste wissen. So wurden 248 Wohneinheiten saniert oder modernisiert. 65 Wohneinheiten sind in der Bauphase, weitere 84 Wohneinheiten entstehen auf dem ehemaligen Kunsthallenareal. Das geplante Investitionsvolumen zwischen den Jahren 2015 bis 2020 beziffert Feneberg auf beachtliche 45 Millionen Euro. Jetzt gehe es an die Umsetzung des Beschlusses, entlang dem freien Grundstück an der Karl-Schneider-Straße weitere 71 Wohnungen zu realisieren. Überdies wurden 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Zukünftige Mieter dürfte das freuen, denn über mangelnde Bewerber kann sich die BGO nicht beklagen. Über 800 Interessierte hätten der Baugenossenschaft im vergangenen Jahr beitreten wollen, wie in der Mitgliederversammlung erläutert wurde, nur rund ein Drittel konnte aufgenommen wurde.

Geschäftsführer Thomas Feneberg (rechts) ehrte treue Mitglieder: Ewald Halder, Inge Harnisch, Rolf Geier für 60, Ernst Duffner, Klaus Geschkowski, Alfred Schoch, Elisio Lorenzo, Walter Kaisler für 50, Irma Kusserow und Regina Czapski für 40 Jahre.
Geschäftsführer Thomas Feneberg (rechts) ehrte treue Mitglieder: Ewald Halder, Inge Harnisch, Rolf Geier für 60, Ernst Duffner, Klaus Geschkowski, Alfred Schoch, Elisio Lorenzo, Walter Kaisler für 50, Irma Kusserow und Regina Czapski für 40 Jahre. | Bild: Manuela Fuchs

Im Blick liegt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum: "Die durchschnittliche Kaltmiete belief sich auf 5,79 Euro pro Quadratmeter, was einer Steigerung von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht", informierte Thomas Feneberg. Das seien durchaus moderate Preise, denen oftmals Preise von neun bis zwölf Euro pro Quadratmeter auf dem freien Wohnungsmarkt gegenüberstehen. Mit Blick darauf verwundert es nicht, dass sich die BGO über eine Vollvermietung ihrer Objekte freuen kann. Erfreulich für die Mieter ist ebenfalls die Tatsache, dass es seit 2013 keine Mieterhöhungen gegeben hat, außer es wurden Modernisierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Knapp 1,6 Millionen Euro hat die BGO dafür 2017 ausgegeben und dabei konsequent auf Handwerkern aus der Region gesetzt.

Bei den Neubauprojekten in der Grenzstraße und in der Max-Porzig-Straße waren insgesamt 65 Mietwohnungen im Bau, 37 Wohnungen entlang der Grenzstraße konnten vergangenen Herbst bezogen werden, in der Max-Porzig-Straße waren im Frühjahr. Das Kunsthallenareal soll Sommer 2020 fertig werden. Dann steht das Neubauprojekt in der Karl-Schneider-Straße auf der Agenda, Anfang 2019 soll der Bau beginnen. Grund zur Freude hatten die Mitglieder angesichts einer vierprozentigen Dividende auf ihre Geschäftsguthaben.