Singen – Die Tätigkeit von Baugenossenschaften liegt in der Region im Trend: Erschwinglicher Wohnraum ist ein gefragtes und rares Gut. Was Axel Nieburg, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Hegau, bei der alljährlichen Bilanzpressekonferenz präsentierte, kann sich sehen lassen. Die Hegau ist unermüdlich dabei, neuen Wohnraum zu schaffen, immer öfter auch im Passivhausstandard.

Jahresüberschuss soll das Eigenkapital stärken

Zum Ende des Jahres 2017 verbuchte die Hegau einen Jahresüberschuss von 3,338 Millionen Euro. Damit wird das Eigenkapital gestärkt und die Rücklagen steigen auf 3,135 Millionen Euro. Vom Bilanzgewinn in Höhe von gut 1,5 Millionen Euro gehen 209 000 Euro als vierprozentige Dividende an die Mitglieder. "Dass wir das Eigenkapital stärken, macht bei den anstehenden Neubauprojekten Sinn", so Axel Nieburg.

Der Geschäftsbericht für das Jahr 2017 enthält viele Zahlen, Umschlag und Innengestaltung aber sind bunt, zeigen sie doch viele Impressionen des Kunstprojekts "Arte Romeias", das 2017 in den Abbruchhäusern in Singen veranstaltet worden war. Ein tolles Ereignis, über das auch noch ein Buch erscheinen wird, kündigte Axel Nieburg an. Doch jetzt konnte der Geschäftsführer eine erste Visualisierung der geplanten Bebauung an der Romeiasstraße zeigen.

Diese Papierschiffchen hatten mal ruhiges Fahrwasser, denn der Raum in der Romeiasstraße ist nach dem Kunstprojekt "Arte Romeias" längst der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Die Hegau schafft aber in den Praxedis-Gärten neuen Wohnraum. Archivbild: Susanne Gehrmann-Röhm
Diese Papierschiffchen hatten mal ruhiges Fahrwasser, denn der Raum in der Romeiasstraße ist nach dem Kunstprojekt "Arte Romeias" längst der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Die Hegau schafft aber in den Praxedis-Gärten neuen Wohnraum. Archivbild: Susanne Gehrmann-Röhm

Beim Projekt Praxedis-Gärten geht es voran

Beim Projekt Praxedis-Gärten werden 73 Mietwohnungen entstehen, davon die Hälfte im Kleinstwohnungsmodell. Diese Wohnungen hätten eine kleinere Fläche, aber trotzdem genügend Zimmer. So bekomme eine 65-Quadratmeter-Wohnung drei Zimmer, was für die Bedürfnisse von Senioren oder auch Alleinerziehenden günstig sei. "Hier wollen wir wieder im Passivhausstandard bauen", sagte Nieburg. Wenn alles optimal läuft und man gute Angebote bei den Ausschreibungen erhalte, solle noch im letzten Quartal 2018 begonnen werden. Man rechne dann mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Das voraussichtliche Bauvolumen wird rund 16 Millionen Euro betragen.

Energiesparend bauen

Im Passivhausstandard ist auch das Projekt Villa Hohentwiel an der Burgstraße für eine Summe von 3,8 Millionen Euro umgesetzt worden. Die neun Wohnungen dort seien sehr schnell vermietet gewesen.

Aktuell entstehen in der Weinburg in Radolfzell drei Gebäude mit 50 Mietwohnungen nach dem KfW 55-Standard. Hier steht bereits am 20. Juli das Richtfest an. "Dann werden der Rohbau zur Projektionsfläche, der Baukran zur Kulisse", verspricht die Einladungskarte. Auf der Weinburg investiert die Hegau etwa 12,8 Millionen Euro. In Stockach ist die Hegau derzeit mit der Aufwertung einer Immobilie in der Königsberger Straße beschäftigt. Ein weiteres Projekt sind die Überlinger Höfe: in der Singener Südstadt baut die Hegau an der Überlinger Straße weitere fünf Häuser mit 67 Wohnungen im Passivhausstandard, darunter 25 für Senioren.

So hoch sind die Mieten

Die Hegau setzt im Mietwohnungsbau weiterhin auf einen hohen Energiestandard unter Einsatz von erneuerbaren Energien. Bei den Mieten liegt die Baugenossenschaft sehr günstig. So zahlt man bei der Hegau in Singen 5,90 Euro (Angebotsmieten der Immowelt liegen bei 9,58 Euro), in Radolfzell 5,47 Euro (10,16 Euro) oder in Konstanz 6,76 Euro (13,34 Euro), Stand Ende 2017. Für bezahlbare Grundstücke will man Bauflächenreserven im Bestand nutzen, wie es bei den Überlinger Höfen passiert. Was zukünftig gar nicht mehr zusammen geht, sind laut Axel Nieburg Tiefgaragen und bezahlbarer Wohnraum.