Singen Baugenossenschaft Hegau plant 180 neue Wohnungen

Die Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen nahe des Bodensees bleibt weiter hoch. Die Baugenossenschaft Hegau plant Neubau-Projekte und Sanierungen in Singen, Radolfzell und Stockach.

Im Hegau und erst recht am Bodensee gibt es zu wenig preiswerte Mietwohnungen. „Der Bedarf kann nicht gedeckt werden“, erklärt Axel Nieburg als Geschäftsführer der Baugenossenschaft Hegau, der größten genossenschaftlich organisierten Bau-Organisation im Landkreis. Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum sei nahe des Bodensees „zum Glücksspiel geworden“. Dem möchte sein Unternehmen entgegenwirken und in den kommenden Jahren rund 180 neue Wohnungen bauen, kündigt Nieburg an. Geplant sind Neubau-Projekte sowie Sanierungen in Singen, Radolfzell und Stockach.

Die Mitglieder der Hegau-Baugenossenschaft haben die Bilanzzahlen für 2014 unlängst für gut geheißen und die geplanten Vorhaben für die kommenden Jahre unterstützt, erklärt Nieburg zufrieden. Die Hegau-Projekte und Aktionen im Einzelnen:

Die Immobilien: Wohnungen besitzt die Baugenossenschaft in Singen, Stockach, Konstanz, Radolfzell, Meßkirch, Ludwigshafen, Gottmadingen und Rielasingen-Worblingen. 202 Häuser mit 1932 Wohneinheiten gehören der Genossenschaft, plus mehr als 1000 Garagen.

Die Mietkosten: Hegau-Mieter bezahlen im Schnitt 5,23 Euro Miete pro Quadratmeter Wohnung. In Singen fallen im Schnitt 5,17 Euro an, in Stockach 5,28 und in Konstanz 6,71 Euro. Die beiden weiteren Baugenossenschaften vermieten laut Hegau-Baugenossenschaft deren Wohnungen im Schnitt um etwa 20 bis 50 Cent teurer, sagt Axel Nieburg.

Die Investitionen: Voriges Geschäftsjahr gab die Baugenossenschaft für Modernisierungen ihres Wohnungsbestandes 4,5 Millionen Euro aus. Für das laufende Jahr sollen weitere 3,2 Millionen Euro dafür verwendet werden.

Die Singen-Pläne: In der Überlinger Straße hat die Hegau die großen Hochhäuser grundlegend saniert, eines wird 2015 noch fertig. Dazwischen, leicht versetzt, auf eigenen Grundstücken, sollen nun „Zwischen-Blöcke“ gebaut werden. 73 Wohnungen könnten in fünf Häusern entstehen. Geplant sind sie für 2018 oder später.

In der Burgstraße will die Baugenossenschaft Ende 2015 mit dem Bau von architektonisch herausragenden Häusern beginnen, die auf einem verwinkelten Grundstück entstehen sollen. 3,3 Millionen Euro sollen dort für neun Wohnungen investiert werden.

In der Romeiasstraße werden die alten Wohnblocks abgerissen. 40 neue Wohnungen sollen wachsen, noch dieses Jahr soll ein Architektenwettbewerb entscheiden, wie das aussehen könnte. Derzeit leben übergangsweise noch Flüchtlinge in den alten Blocks.

Die Stockach-Pläne: In der Jacques-Schiesser-Straße 2 hat die Hegau einen Wohnblock gekauft, kernt ihn nun aus und baut praktisch neu. Eine Million Euro werden in das Vorhaben mit dann acht Dreizimmerwohnungen gesteckt, das zum Jahresende 2015 fertig werden soll.

Die Radolfzell-Pläne: Für das Projekt „Weinburg“ sollen ab kommendem Jahr rund zwölf Millionen Euro ausgegeben werden. 50 Wohnungen im Passivhausstandard sowie eine Tiefgarage sollen entstehen, in der Gustav-Troll-Straße und im Kapellenweg.

Die Heizungen: Zwei von drei Hegau-Häusern werden regenerativ und umweltfreundlich mit Holz beheizt, entweder mit Hackschnitzeln oder mit Pellets. Öl macht nur noch jede zehnte Wohnung warm und der Gas-Anteil liegt bei rund 21 Prozent.

Die Größte im Hegau

Unter den drei genossenschaftlich organisierten Wohnbau-Organisationen im Hegau ist die Baugenossenschaft Hegau weiterhin mit deutlichem Abstand die größte. Nach ihren Angaben sind bei ihr 4494 Mitglieder registriert. Die Bilanzsumme des jüngsten Geschäftsjahres liegt bei 96,7 Millionen Euro. Wohnungen besitzt die Hegau 1932 Stück, davon in Singen 1193. Die Baugenossenschaft Oberzellerhau mit Sitz in Singen hat in der Stadt etwas mehr Wohnungen (1333) als die Baugenossenschaft Hegau, besitzt aber dafür in anderen Orten keine weiteren. Von der Bilanzsumme und der Mitgliederzahl her ist die Oberzellerhau kaum halb so stark wie die Baugenossenschaft Hegau. Die dritte Baugenossenschaft in der Hegau-See-Region, die Familienheim Radolfzell, belegt mit 1354 Wohnungen zwar knapp den zweiten Platz, hat aber ebenfalls einen deutlichen Abstand zu den Singenern. Der Spar- und Bauverein Konstanz hat hingegen 7596 Mitglieder und eine Bilanzsumme von rund 93 Millionen Euro.

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