Die Position ist in Singen gut angesiedelt: Die Stadt gilt durch die zahlreichen Betriebe im Kfz-Bereich als regionales Autozentrum, weshalb Paulo Rodrigues als neuer Obermeister der Kfz-Innung mit den Belangen der Branche quasi direkt vor der Haustür konfrontiert wird. Der 41-Jährige, der zusammen mit Jürgen Ries einen nach ihm und seinem Kompagnon benannte Werkstatt in der Südstadt leitet, kennt die Probleme und Chancen außerdem aufgrund langjähriger Erfahrung. Nach Ausbildungen als Kfz-Mechaniker und als Kfz-Elektriker folgte die Ausbildung zum Meister, danach machte er sich selbstständig. Das war im Jahr 2003 – Paulo Rodrigues nahm diese berufliche Herausforderung also schon in verhältnismäßig jungen Jahren an.

Der Präsident der Handwerkskammer Bodensee/Hochrhein/Schwarzwald, Gotthard Reiner, zeigte sich bei der Übergabe des Obermeisterabzeichens entsprechend erfreut, mit Paulo Rodrigues einen engagierten und erfahrenen Mann an der Spitze der Innung zu wissen. Mit zirka 320 Mitgliedsbetrieben handele es sich um eine starke Innung innerhalb der Kammer. Für die vielen Meinungen in der von Veränderungen stark geprägten Kfz-Branche sei ein breiter Rücken erforderlich, wobei er Paulo Rodrigues Unterstützung sowohl bei organisatorischen Aufgaben als auch bei persönlichen Einschätzungen zusagte. Bei der Kammer ist man sich laut Gotthard Reiner bewusst, dass die Aufgaben des Obermeisters eine Belastung darstellen. Dies gilt nicht zuletzt auch deshalb, weil nach 23 Jahren mit dem bisherigen Innungsobermeister Hansjörg Blender aus Radolfzell ein routinierter Vorgänger aus dem Amt scheidet.

Die Aufgaben werden im Übrigen nicht dadurch geringer, dass sie Paulo Rodrigues in Form eines Ehrenamts zufallen. Deshalb ist auch der Kompagnon des neuen Obermeisters gefordert. Wie Jürgen Ries gegenüber dem SÜDKURIER sagte, haben sich die beiden abgesprochen und logischerweise werde er bei Bedarf seinem Kollegen den Rücken freihalten.