Passend zum 125. Geburtstag von Otto Dix am 2. Dezember und zu den grauenvollen Schlachten des 1. Weltkriegs um Verdun und an der Somme vor hundert Jahren wurde am Freitagabend im Kunstmuseum Singen die Ausstellung "Krieg. Bilder der Gewalt" in Anwesenheit des Fotografen Christoph Bangert eröffnet. Die Ausstellung zeigt den graphischen Zyklus von Otto Dix sowie zeitgenössische Kriegsfotografien der Fotografen Christoph Bangert und Anja Niedringhaus, die 2014 bei der Ausübung ihrer Tätigkeit erschossen wurde. "Ich hatte mir geschworen, meine Fotos nie auszustellen", so Bangert bei seiner kurzen Ansprache bei der gut besuchten Ausstellungseröffnung. "Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, dass Betrachter mit einem Glas Chardonnay in der Hand an meinen Leichen vorbeischlendern." Doch das Konzept von Museumsleiter Christoph Bauer habe ihn überzeugt. Es sei zudem eine große Ehre für ihn, dass seine Arbeiten zusammen mit den Grafiken von Otto Dix und den Fotos von Anja Niedringhaus gezeigt werden.

"Für mich ist es außerordentlich wichtig, dass man sich mit dem Krieg auseinandersetzt", so Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler. Die Ausstellung verlange dem Besucher die Entscheidung, ob er sich die Bilder ansehen möchte, die Entscheidung, ob er sich darauf einlasse sowie die Entscheidung, selbst seine Haltung zu finden.

Museumspädagoge Thomas Mayr will entsprechende Diskussionen auch mit den Schulen anregen. "Ich hoffe, dass nicht nur Kunstlehrer mit ihren Klassen den Weg ins Kunstmuseum finden. Das Thema eignet sich auch ganz besonders für Diskussionen im Fach Gemeinschaftskunde", so Mayr.

Zum ersten Mal hat das Kunstmuseum bei einer Ausstellung einen Warnhinweis veröffentlicht, dass die Ausstellung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ungeeignet ist und nur in Begleitung Erwachsener betreten werden darf.

Die Ausstellung ist bis zum 4. Dezember zu besichtigen.