Katie, was ist für Sie gute Comedy?

Ach je. Da muss ich erst mal überlegen. Gute Comedy ist für mich, wenn Themen aus einer anderen Sichtweise angegangen werden, ein Perspektivenwechsel stattfindet und die Themen intelligent, witzig und handwerklich gut aufbereitet werden.

Apropos Handwerk. Sie haben Ihres von der Pike auf gelernt. Haben Sie dadurch höhere Ansprüche an sich selbst, als Kolleginnen, die einfach nur auf die Bühne gehen, weil sie witzig sind?

Das ist jetzt eine heikle Frage und ich möchte gar nicht werten oder bewerten. Jeder hat zunächst einmal auf der Bühne seine Daseinsberechtigung und letztendlich ist es die Resonanz des Publikums, die dem Akteur Recht gibt und über den "Comedy-Markt" entscheidet. Ich kann nur für mich sagen, dass ich froh bin, über Jahrzehnte mein Handwerk gelernt und erweitert zu haben. Daher ist es für mich das größte Kompliment, wenn ich in irgendeiner Kritik als Entertainerin bezeichnet werde.

Welchen Anspruch haben Sie an sich?

Ich habe mal behauptet, dass ich die Verantwortung dafür tragen möchte, dass mein Publikum nach einem Abend mit mir sagt, dass diese zwei Stunden besser waren, als ein Abend zu Hause auf der Couch. Und das gilt es immer wieder zu beweisen.

Sie improvisierten am Klavier für das ZDF TV-Comedy Format "Durchgedreht (unter anderem mit Max Giermann, Bernhard Hoecker, Mirja Boes, Caroline Kebekus) und waren als Sängerin und Keyboarderin mit vielen Stars auf Tour, wie mit Lena Meyer Landrut. Was haben Sie für sich mitgenommen?

Ich arbeite sehr gerne im Team und muss nicht in erster Reihe stehen. Auf den großen Bühnen habe ich viel gelernt bezüglich Timing, Präzision und wie wichtig es ist, das Handwerk solide zu beherrschen.

Aber seit dem Jahr 2014 stehen Sie mit Soloprogrammen auf der Bühne.

Ich habe zuvor viel Coaching gemacht, Impro-Comedy im Ensemble, mit Bands auf der Bühne gestanden, Songs für andere geschrieben, mit denen ich ganze Abende hätte füllen können. Ich hatte dann das Bedürfnis, mal meine eigenen Geschichten und Songs auf die Bühne zu bringen, zu improvisieren, zu überraschen, die Leute zu unterhalten, zum Nachdenken und zum Lachen zu bringen.

Mit dem Showformat "Freudenschuss plus" talkten Sie im Hamburger Schmidt Theater und schlüpften damit in die Rolle der Gastgeberin. Irgendwie hat man den Eindruck, Sie machen alles. Was würden Sie niemals machen?

Ausdruckstanz. (lacht) Hm, mich ausziehen. Nein, mal ernsthaft: Ich denke ich würde das nicht machen, was andere deutlich besser können! (lacht).

Wobei: Wenn auch nicht Ausdruckstanz, aber Tanzen, das machen Sie doch in der Theater-Produktion "Herzscheiße".

Ja, das stimmt, da tanze ich auch. Wobei tanzen nicht meine Kernkompetenz ist. "Herzscheiße" ist kein klassisches Bühnenstück, sondern eine Art Liederabend, in dem die Geschichten der vier Protagonisten mittels Liebes(kummer)-Liedern aus fast 100 Jahren erzählt werden. Wir Schauspieler singen, reden, tanzen.

Im April sind Sie im SÜDKURIER-Gebiet mit ihrem Soloprogramm "Einfach Compli-Katie!" unterwegs. Für Singen gibt es noch Restkarten. Was erwartet das Publikum?

Auf jeden Fall ein sehr, sehr buntes, abwechslungsreiches und lustiges Programm. Manchmal emotional, berührend, dann wortreich, musikalisch, und auch absurd, komisch. Ich improvisiere, brauche dazu das Publikum

Oje, muss jemand auf die Bühne?

Nein, auf keinen Fall! Aber durch Zuruf kann das Publikum das Programm in Teilen mit beeinflussen. Das ist dann ebenso überraschend für das Publikum, wie auch spannend für mich. Und auch wenn das Programm ein Konzept hat: Jeder Abend ist dadurch anders. Ich freue mich auf Singen!

Fragen: Nicola M. Westphal