Auslöser war eine angemeldete Demonstration der Gruppe „Merkel muss weg“, die auf Facebook zum Treffen auf dem Ekkehard-Platz aufgerufen hatte. Angemeldet worden war die Demo von Sandy Kunze, war zu erfahren. Mehr als 3000 Facebook-Nutzer waren eingeladen worden. Doch nur rund 150 Personen folgten diesem Aufruf. Abgeschirmt von der Polizei hielten sie eine Kundgebung ab, in der es inhaltlich vor allem darum ging, Kritik an der Politik der Kanzlerin zu äußern. Mehrere Redner sprachen und lösten mit „Merkel-muss-weg!“-Rufen Stimmung aus.

Auf dem Rathausplatz fand parallel eine Gegenveranstaltung von rund 250 Bürgern statt, die sich gegen die andere Demo wandten. Die Veranstaltung unter dem Titel „Singen bleibt bunt“ sei eine direkte Antwort auf die Kundgebung der Asylgegner am Ekkehard-Platz, sagte Jens Liedtke, Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Region Südwürttemberg. „Wir wollten das nicht unbeantwortet lassen, sondern zeigen, dass es in Singen viele Menschen gibt, die sich für Demokratie einsetzen“, so Liedtke. Gemeinsam mit dem Bündnis unter dem Hohentwiel, einer Initiative der Singener Kriminalprävention, habe man vor einer Woche mit der Mobilisierung begonnen. Unter den Rednern war auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ute Seifried, die bestätigte, dass Singen „bunt ist und auch bunt bleibt“.

OB Bernd Häusler schaute derweil nach einer anderen Veranstaltung auf dem Ekkehard-Platz vorbei. Dort hatten sich nach dem Ende der Pro-Asyl-Demo zahlreiche eher linke Demonstranten eingefunden und machten vor Ort Stimmung gegen die Anti-Asyl-Demo mit deren rechtspopulistischen Sprüchen. Die beiden Gruppen lieferten sich zeitweise lautstarke Wortgefechte und reichlich reines Geschrei. Die Polizei musste die Gruppen sorgsam im Blick behalten und trennen. Sie war mit deutlich mehr als 100 Kräften im Einsatz. Diese kamen aus dem ganzen Bereich des Polizeipräsidiums. Die Einsatzleitung lag beim Singener Polizeichef Christoph Moosmann und dessen Stellvertreter Dieter Glocker. Sie hatten die Situation jederzeit im Griff. Nach zwei Stunden löste sich dann auch die Anti-Asyl-Demonstration allmählich auf und die beiden Gruppen zerstreuten sich, unter Beobachtung der Polizei, die auch Hunde im Einsatz hatte.