Dorothea Wehinger, Landtagsabgeordnete der Grünen, braucht man von der Gemeinschaftsschule nicht mehr zu überzeugen: "Ich bin begeistert, wie hier mit den Schülern gearbeitet wird", sagt sie beim Rundgang durch die Beethovenschule.

Schulleiter Oliver Schmohl und Konrektorin Tanja Tücking erklären ihr, wie Schüler der siebten Klasse im so genannten Lernband arbeiten. Das ist jeden Tag in den ersten zwei Stunden der Fall. Dann arbeiten die Schüler jeder für sich in seinem Tempo an Aufgaben in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch. "Zu Beginn eines neuen Kompetenzbereichs vereinbart der Schüler schon einen Termin mit dem Lehrer, wann er den Lernnachweis erbringen will", erklärt Oliver Schmohl. Mit der Arbeitsmethode lernen die Jugendlichen, ihren Tag zu strukturieren und auch, dass es positiv ist, wenn man sich mal Hilfe holt. Auch seien es die Schüler ab der fünften Klasse gewohnt, ihre Ergebnisse zu präsentieren, was jede Woche in der so genannten Showtime stattfindet.

Gerade diese Individualität gefällt Dorothea Wehinger. "Ich war auch schon an den Gemeinschaftsschulen in Eigeltingen und Steißlingen und habe überall diese angenehme Ruhe erlebt", so Wehinger. Sie versteht die Kritiker nicht. Und für sie hat jede Schulart ihre Berechtigung und sie lobte ausdrücklich die gute Situation am Schulstandort Singen.

Was Schulleiter und Konrektorin als das große Plus der Gemeinschaftsschule sehen, wollte sie wissen. "Wir sind seit fünf Jahren dran am Thema und mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, auch im Kollegium. Doch das besonders Positive ist die Tatsache, dass wir den Lebensraum Schule gestalten dürfen", so Schmohl: "Es ist auch ein anderes soziales Miteinander unter den Schülern und die Teamarbeit der Lehrer ist einzigartig." Immer öfter bekommt die Schule auch Anfragen von Eltern, deren Kinder vom Gymnasium zurück auf die Gemeinschaftsschule wollen. Doch da gibt es derzeit ein Platzproblem.