Es ist nur eine kleine Notiz in der SÜDKURIER-Ausgabe des 15. August 1994, doch dahinter steckt eine brisante Geschichte, die den Hegau lange bewegt hat: Sechs Gramm waffenfähiges Plutonium waren im Juli in Tengen-Wiechs gefunden worden, das bedeutete Alarmstufe Rot. Ganz Deutschland beschäftigte sich mit einer möglichen Herkunft des radioaktiven Materials, auch weil es auffallend rein war.

An diesem Tag im August berichtete der SÜDKURIER darüber, dass der Deutsche Bundestag über den Vorfall sprechen wolle – eine kleine Anfrage der SPD verlangte weitere Auskunft über die Herkunft des Materials und eine mögliche Gefahr. Erste Untersuchungen hatten demnach ergeben, dass das zufällig in einer Garage gefundene Plutonium aus einer russischen Atomwaffenfabrik stamme. Der Garagenbesitzer und handelnde Geschäftsmann wurde später unter anderem wegen Verbrechens gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Bankräuber raubt weiter

Auch die Taten eines 31-Jährigen aus dem Hegau landeten damals vor Gericht. Der Familienvater war rückfällig geworden und hatte erneut zwei Bankfilialen überfallen – damals noch Zahlstellen genannt. Das nahm zumindest die Staatsanwaltschaft an, die ihn wegen eines Überfalls in Weiterdingen und eines in Schlatt mit einer Beute von insgesamt rund 50 000 Mark anklagte. Doch in dem Indizienprozess konnte nur einer der beiden Vorfälle bewiesen werden, sodass der bereits vorbestrafte Räuber nur wegen des Überfalls in Weiterdingen zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Zu dieser Zeit hatte der Mann bereits 45 Monate seines Lebens in Haft verbracht, nachdem er 1986 die Zahlstelle in Weiterdingen und 1987 die Zahlstelle in Duchtlingen beraubt hatte. In den erneuten Verdacht war er unter anderem wegen seiner Spielleidenschaft geraten, verhandelt wurde dann mehrere Tage lang vor dem Landgericht Konstanz.