Müllvermeidung und der Verzicht auf Plastikverpackungen sind seit längerem ein Thema, das die Menschen bewegt. Umso logischer ist es, dass die Agenda-Preise für das Jahr 2019 an zwei Initiativen gehen, die sich um dieses Thema kümmern.

Zum einen erhielt die Initiative „Herzlich unverpackt“ einen Agenda-Preis, zum anderen ging ein Preis an das Kinderhaus St. Lucia. Beide Preise sind jeweils mit 2400 Euro dotiert. Außerdem überreichte Schirmherr Oberbürgermeister Bernd Häusler zusammen mit Bernd Stephan von der Sparkasse Hegau-Bodensee einen Anerkennungspreis an Sajma Sijecic.

Ab 2. Mai am Herz-Jesu-Platz

„Was alle angeht, können nur alle lösen“ – mit diesem Zitat von Friedrich Dürrenmatt endete die Einführung der Initiatoren des Unverpackt-Ladens, der übrigens am 2. Mai am Herz-Jesu-Platz eröffnet wird.

Ute Schürmann und ihre Mitstreiter und Mitstreiterinnen zeigten zu Beginn der Preisverleihung im Bürgersaal mit einem Sketch auf, warum sie das Thema anpacken. Sie zitierte einige Zahlen aus dem Plastikatlas 2019 und kam schnell zu dem Schluss: „Wir müssen alle etwas tun, oder?“

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Aber nach Konstanz fahren, um unverpackt einkaufen zu können, sei auch nicht die Lösung. Deshalb habe man beschlossen, einen Laden in Singen zu eröffnen. Im März 2019 gründeten 16 Menschen die Genossenschaft und bislang haben 116 Menschen ihre Bereitschaft bekundet, Anteile zu erwerben, so Ute Schürmann.

Projekt für Kindergarten-Kinder

Dass Umweltbewusstsein bereits im Kindergartenalter beginnt, das hat das Kinderhaus St. Lucia im Jahr 2019 mit einem besonderen Projekt vorgemacht. Bereits bei der Projektschmiede im Januar 2019 war es angekündigt worden und bis zu den Sommerferien in der Einrichtung durchgeführt worden, so Laudatorin Renate Weißhaar.

Die Kinder hatten sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Müll und seiner Vermeidung beschäftigt. Nachdem sie eine Woche lang Müll gesammelt hatten, der durch Verpackungen wie Pausenbrote angefallen war, hätten sie es gar nicht glauben können, wie viel Müll da zusammen gekommen war.

Kinder sammeln Müll und basteln

Gemeinsam mit den Eltern sei ein Frühstück organisiert worden, es wurde Müll in der Umgebung gesammelt und in den entsprechenden Containern entsorgt. Die Kinder hätten aber auch viel Freude am Papierschöpfen aus Altpapier und dem anschließenden Herstellen von Perlen gehabt, so Weißhaar.

Auch Fantasieobjekte aus Elektroschrott seien entstanden und das Kinderhaus habe sich an der Aktion „Singen macht sauber“ beteiligt. „Wenn Kinder so früh lernen, Müll zu vermeiden, kann man hoffen, dass sie es als Jugendliche und Erwachsene auch machen“, sagte Weißhaar.

„Wir haben viel zu lange geredet“

Stephanie Esch (Agenda-Preisträgerin des Jahres 2017), die die Laudatio für „Herzlich unverpackt“ hielt, appellierte an die Singener Verwaltung und die Gemeinderäte, dass Vorhaben zukünftig immer unter den Gesichtspunkten des Klimawandels entschieden werden mögen.

„Wir haben viel zu lange geredet“, sagte sie und erinnerte daran, dass die erste Weltklimakonferenz bereits 1979 stattfand.

Sajma Sijecic hat Stadtputzete organisiert

Einen Anerkennungspreis in Höhe von 200 Euro bekam Sajma Sijecic. „Sie hat aus eigener Initiative ihren Beitrag für eine lebenswerte Umwelt geleistet und beispielsweise eine Stadtputzete organisiert“, sagte Laudatorin Anita Stadelhofer.

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Die Gastmahlgruppe (Preisträger von 2017) hatte in bewährter Manier für kulinarische Köstlichkeiten gesorgt. Außerdem hatten Reinhard Zedler (Moderator) und Martin Burmeister zwei Lieder zum Thema einstudiert. Neben den Geldpreisen gab es drei „Oscars“, hergestellt von Menschen eines AWO-Projektes sowie Speckbrettchen, die das Team Pirmin des Caritas-Verbands produziert hatten.