Um die personelle und technische Ausstattung muss sich die Abteilung Stadt der Singener Feuerwehr kaum Sorgen machen. Das Problem ist das zu kleine Gerätehaus. Erst wenn das DRK umgezogen ist, kann ein neues Gerätehaus geschaffen werden.

Die Abteilung Stadt der Singener Feuerwehr ist personell gut aufgestellt. Allerdings hapert es am Platz, wurde in der Hauptversammlung betont. Das Gerätehaus reicht längst nicht mehr aus. Bevor der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aber nicht an einen anderen Standort zieht, wird sich das auch nicht ändern.

Abteilungskommandant Stefan Schüttler stellte in seiner Rede bei der Hauptversammlung eindrücklich dar, wo es überall klemmt: „Wir stoßen hier täglich an unsere Grenzen und es gibt immer wieder Schäden am Gebäude.“ Mehrere Einsatzfahrzeuge parken aufgrund des Platzmangels auf dem Hof, in der Fahrzeughalle ist ein Arbeitsplatz eines Hauptamtlichen angesiedelt. Aufgrund von fehlenden Sanitäranlagen können die Feuerwehrleute nach einem Einsatz nicht direkt duschen. Barrierefreiheit ist wegen eines fehlenden Aufzugs auch nicht gegeben. Die Jugendfeuerwehr hat ihr Quartier zudem im Keller.

Schüttler appellierte dringend an Oberbürgermeister Bernd Häusler, eine Erweiterung des Gerätehauses auf der Prioritätenliste ganz nach oben zu setzen. Derzeit verzögere sich der Auszug des DRK-Ortsvereins aus dem Gebäude Hauptstraße 29, da der Kreisverband zurzeit noch nicht mit dem Bau der neuen Rettungswache an der Schaffhauser Straße im Bereich Vorderambohl anfangen kann. „Das DRK wartet noch auf Zuschüsse“, so OB Häusler. Wenn die Rettungswache dann aus ihrem jetzigen, zu kleinen Standort nahe dem Krankenhaus auszieht, könne der Ortsverein dahin umziehen. „Ich hoffe, dass dies noch während meiner Amtszeit passiert und wir ein neues Gerätehaus bekommen“, so Häusler.

Interessante Zahlen präsentierte der stellvertretende Abteilungskommandant Stefan Tröndle. Die Abteilung Stadt sei mit 110 aktiven Feuerwehrleuten und vier Gastmitgliedern (die noch in anderen Wehren aktiv sind) gut aufgestellt und der Frauenanteil liege mit neun Prozent höher als im Landesdurchschnitt (fünf Prozent). Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 35 Jahren. „Wir haben wenig Probleme, Nachwuchs für Führungspositionen zu finden“, so Tröndle. Über 10 000 Stunden haben die Feuerwehrleute der Kernstadt im Jahr 2017 geleistet, davon 8752 Stunden für Proben und Fortbildungen vor Ort und 600 Stunden an der Landesfeuerwehrschule.

Enorm ist die Zahl der Einsatzstunden im Wachdienst. Beim Hohentwielfest kam man 2017 auf 394 Einsatzstunden, in der Stadthalle waren es 294 Stunden und 104 Stunden an Fasnacht. Von den 440 Einsätzen waren nur 26 Prozent reine Brände, 41 Prozent technische Hilfeleistungen und 30 Prozent Alarmierungen von Brandmeldeanlagen. „Von den 150 Einsätzen wegen Alarmierung durch Brandmeldeanlagen kamen ein Drittel aus den Flüchtlingsunterkünften“, ergänzte der Kommandant der Gesamtwehr, Andreas Egger. Offenbar funktioniere die Organisation in den Unterkünften nicht so gut, aber man habe ein Gespräch mit dem Landratsamt geführt und hoffe auf Besserung der Situation.

Ein wichtiges Ereignis im Jahre 2017: Feierlich übergeben wurden im Juli die neue Drehleiter (rechts) und ein Tanklöschfahrzeug der Singener Feuerwehr. Allerdings wird die Raumsituation für die Feuerwehr immer problematischer. Vorne am Rednerpult der Kommandant der Abteilung Stadt, Stefan Schüttler.
Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Ein wichtiges Ereignis im Jahre 2017: Feierlich übergeben wurden im Juli die neue Drehleiter (rechts) und ein Tanklöschfahrzeug der Singener Feuerwehr. Allerdings wird die Raumsituation für die Feuerwehr immer problematischer. Vorne am Rednerpult der Kommandant der Abteilung Stadt, Stefan Schüttler.

Kreisbrandmeister Carsten Sorg sprach in seinem Grußwort das Thema „Digitale Alarmierung“ an. Der Landkreis Konstanz sei einer der letzten im Land, der diese moderne Alarmierung noch nicht eingeführt habe. Bis Mai 2019 solle es aber im Landkreis umgesetzt werden. Für die digitale Alarmierung werde man in Singen rund 200 000 Euro brauchen, etwa 130 000 Euro für die Umstellung der Funkgeräte und 75 000 Euro für die Umstellung der Endgeräte, so Egger.

Angepackt hat die Feuerwehr auch die Renovierung des Sennhofes, der seit dem 1. Januar 2017 in den Händen des Fördervereins ist. Für die Begleitung neuer Feuerwehrangehöriger hat man außerdem eine Willkommensbroschüre herausgegeben. Bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr am 14. April in Hausen wird ein Überblick über die Aktivitäten und Einsätze aller Abteilungen veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.feuerwehr-singen.de

Personalien

  • Beförderungen: Andreas Dieckmann, Tobias Egger, Sascha Hajduk, Florian Jäckle, Nathalie Neubert, Simon Götz, Kevin Theodoro, Gregory Herbstritt, Stefan Ehinger, Julian Grundmüller, Stefan Deinert, Manuel Figueiredo, Markus Kupczik, Michael Münzer, Johannes Schnell, Christian Steinert.
  • Gratulationen, Verabschiedungen: Markus Geier, Jochen Tussinger, Jörg Müller, Lena Kloner, Markus Geier, Axel Meyer, Michael Münzer, Thomas Siebenrock, Stefan Deinert, Matthias Wegner, Michael Geiger.