Bohlingen Abenteuerliche Kletterpartie: Den Störchen ins Nest geschaut

SÜDKURIER-Mitarbeiter Rolf Hirt steigt für ein Foto im Bohlinger Kirchturm bis zum Glockengeschoss hinauf

Singen-Bohlingen – Wer die Störche auf dem Nest des historischen Runden Turms in Bohlingen neben der Kirche sehen will, der muss hoch hinaus. Genau gesagt gibt es nur eine Möglichkeit und die liegt in 25 Meter Höhe auf dem Bohlinger Kirchturm. Im fünften Geschoss des 500 Jahre alten Turms, dort, wo sich die vier Glocken befinden, ist auf der Westseite des Giebels eine kleine Fensterscharte, die den Blick auf das etwa 40 Meter entfernte Storchennest auf dem Runden Turm ermöglicht.

„Für die Störche und die Zeitungsleser ist es mir den Aufstieg wert“, dachte ich und besorgte mir bei der Messnerin den Schlüssel für den Kirchturm. Eine Minute, nachdem es zur vollen Stunde geschlagen hatte, ging es mit Kamera um den Hals und einer Leiter ausgerüstet über die schmalen Treppen bis zum fünften Geschoss. Dort sieht man direkt in die 1100 Kilo schwere Marienglocke hinein, die einen Durchmesser von 120 Zentimeter misst. Erst durch einen weiteren Aufstieg mittels der Leiter über die Marienglocke bietet sich der freie Blick zum gegenüberliegenden Runden Turm.

Vom schnellen Aufstieg bis in etwa 25 Meter Höhe sichtlich ins Schwitzen gekommen, setzt sich der Hobbyfotograf auf das Glockengebälk und schaut erwartungsvoll zum Storchennest hinüber. Erschwerend kommt hinzu, dass das Giebelfenster des Turms mit einem Maschendraht vor eindringenden Vögeln geschützt ist. Nun heißt es, das Objektiv ruhig zu halten und die Störche zwischen den Maschen des Drahtgitters zu fokussieren. Ein besorgter Blick zur Uhr mahnt: 14.07 Uhr. Das heißt, in sieben Minuten muss ich mit dem Fotografieren fertig sein, dann läutet die Glocke zur Viertelstunde.

Wegen der Lautstärke muss ich drei Geschosse nach unten, nach dem Läuten beschließe ich, nochmal nach oben zu laufen. Die inzwischen stehenden Störche im Nest bieten noch bessere Motive. Die beiden Jungstörche sind inzwischen so groß geworden, dass der Storchenvater auf das benachbarte Kirchen- oder Rathausdach ausweichen muss.

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