"Es macht sich gut im Lebenslauf, hilft später bei der Jobsuche und ist einfach eine tolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann." So beschreibt Blanca Rubio Garcia die vergangenen zwölf Monate, die sie im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes (EFD) in Singen verbracht hat. Die 19-Jährige kommt aus Madrid und hat vor einem Jahr den Sprung ins Ungewisse gewagt. Aus der spanischen Hauptstadt kam sie in den Hegau, um im AWO Familienhaus Taka Tuka Land zu arbeiten. Dort unterstützte Blanca Rubio Garcia die Erzieherinnen, spielte mit den Kindern und half in der Küche mit. "Mein Team war sehr nett und hat mir viel geholfen", berichtet die Spanierin, die neben ihrer Arbeit in der Einrichtung wöchentlich einen Deutschkurs besuchte und die Sprache nun fließend beherrscht. Sie ist eine von zwei Freiwilligen, die im Rahmen des Förderprogramms der Europäischen Kommission nach Singen kamen. Ihr Landsmann Juan Ramirez Baño aus Valencia leistete seinen Dienst im Treffpunkt Chérisy in Konstanz ab und reist derzeit durch Europa.

Der EFD ist Teil des Programms Jugend in Aktion und gehört zum Projekt Erasmus+. "Wir haben uns dazu entschieden, an diesem Programm mitzuwirken, weil man in der Zeit, in der wir leben, den europäischen Gedanken nicht mehr für selbstverständlich nehmen kann", erklärt Reinhard Zedler, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Konstanz. Außerdem lerne ein junger Mensch dadurch, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich für andere Länder und Kulturen zu begeistern, führt er aus. Diese Erfahrung hat auch Blanca Rubio Garcia gemacht. Im vergangenen Jahr habe sie Menschen aus verschiedenen Teilen Europas kennengelernt, erzählt sie und ist sich sicher: "Diese Kontakte und Eindrücke werde ich mit nach Hause nehmen und auch anderen davon berichten." Dass nicht nur die Freiwilligen von dem Programm profitieren, sondern auch die Einrichtungen, in denen sie arbeiten, betont Gabriele Weschenfelder. Sie leitet das Familienhaus Taka Tuka Land und bezeichnet die Zusammenarbeit mit der jungen Spanierin als wertvolle Erfahrung. "Es war für uns alle bereichernd", bilanziert sie die vergangenen zwölf Monate. Für Blanca Rubio Garcia und Juan Ramirez Baño neigt sich das Abenteuer EFD nun dem Ende zu. Doch schon bald sollen weitere Freiwillige – diesmal aus Polen und Rumänien – in den Hegau kommen.

"Parallel zum EFD gibt es außerdem noch das Programm Envol", erzählt Regina Brütsch, die den AWO-Fachbereich Jugend und Familie leitet. "Im Rahmen dieses Projektes zusammen mit der Stadt Singen und ihrer Partnerstadt la Ciotat durften wir jetzt erstmals zwei französische Studentinnen für vier Monate bei uns begrüßen", führt sie aus. Im Gegenzug wolle man junge Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren nach Frankreich schicken, die sich dort vier bis neun Monate lang für gemeinnützige Organisationen engagieren. "Wer bei dem Projekt mitmachen möchte und grundlegende Französischkenntnisse besitzt, kann sich gern noch bis Mitte Juli bewerben", so Brütsch.