Sobald die Tage länger und wärmer werden, hört Peter Müller an der Überlinger Straße in Singen häufiger Gläser klirren. Dann bringen mehr Menschen ihren Glasmüll ordnungsgemäß zum Container – der zu Müllers Unmut unweit seiner Wohnung liegt. Mit seinem Unmut ist Peter Müller aber nicht allein: 46 Unterschriften seiner Nachbarn hat er in den vergangenen Tagen gesammelt, um seiner Bitte Nachdruck zu verleihen. „Für die wäre es doch nicht schwer, die Container um 200 Meter nach hinten zu versetzen“, sagt er.

Damit meint er die Verantwortliche für Abfallentsorgung der Stadtwerke Singen, die auf SÜDKURIER-Nachfrage im Februar wenig Hoffnung auf eine Änderung des Standorts machte und nur von einer einzelnen Beschwerde sprach.

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Mit dieser Antwort wollte Peter Müller nicht abfinden und klapperte seine Nachbarschaft ab. „Das sind nur die Nachbarn im engen Umkreis“, erklärt er die Namen auf der Unterschriftenliste, welche die Überlinger Straße oder die Otto-Dix-Straße als Adresse angegeben haben. Niemand habe sein Anliegen abgetan, im Gegenteil: Eine Nachbarin habe von 23 Beschwerde-Mails an die Stadtwerke berichtet, in denen sie darum gebeten habe, den Glascontainer woanders zu platzieren. Ohne Wirkung.

Warum er von einer persönlichen Übergabe absieht

Peter Müller hofft nun darauf, dass die Unterschriften einen Effekt haben werden. Per Einschreiben will er die drei Seiten mit Namen, Adressen und Unterschriften an die Abfallentsorgung schicken. Von einer persönlichen Übergabe habe er abgesehen, nachdem er schon mehrfach mit seinem Anliegen vorgesprochen habe. Doch ganz habe er die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Ich will versuchen, so eine Lösung zu finden. Denn für die Anwohner ist die Situation wirklich belastend.“

Diese Glascontainer sind Peter Müller ein ständiges Ärgernis. Denn dort werfen immer mehr Menschen ihren Glasmüll ein, wie er ...
Diese Glascontainer sind Peter Müller ein ständiges Ärgernis. Denn dort werfen immer mehr Menschen ihren Glasmüll ein, wie er beobachtet, und das auch zu sehr ungewöhnlichen Zeiten. | Bild: Arndt, Isabelle

Bereits zu Jahresbeginn hatte Peter Müller erklärt, dass immer mehr Menschen ihren Müll an die Überlinger Straße bringen würden – auch am frühen Morgen oder späten Abend sowie sonntags. Dass Verantwortliche ihm raten, Lärmverursacher anzuzeigen, ist für den langjährigen Anwohner keine zufriedenstellende Lösung.