Der Abend ist eine einzige Liebeserklärung: an die gut gelaunten Besucher, an Singen und an den Hohentwiel als besondere Kulisse für einen außergewöhnlichen Abend. Dieter Thomas Kuhn (DTK) versteht es von der ersten Minute, das bunt gekleidete Publikum in seinen Bann zu ziehen. "Sag mir Quando, sag mir wann ..." – Jeder kennt das Lied. Die Menge grölt. Die Leute sind gekommen, weil sie genau das wollen: in Erinnerung schwelgen, an eine vermeintlich heilere Welt. Aber was machen all die jungen Leute da? Auf dem Hohentwiel werden sie Teil eines ausgeklügelten Drehbuchs.

Schon weit vor der Karlsbastion werden den Konzertbesuchern Plastik-Sonnenblumen in die Hand gedrückt. Später werden sie den Festivalplatz in ein wogendes Blütenmeer verwandeln. Die meisten Gäste haben sich aber schon zuvor üppig ausgestattet mit Blumengirlanden, bunt bedruckten Hemden, weiten Schlaghosen, Platteauschuhen, Felljäckchen, Trainingsanzügen und sehr viel Glanz und Glitzer. Der Aufmarsch der Blumenkinder ist ein großer Karneval. Da stören auch ein paar Regentropfen nicht, die pünktlich zu Konzertbeginn verschwinden.

DTK ist Kult. Er liefert genau die Show ab, die seine Fans erwartet haben. Die Föhnwelle, die glitzernden Anzüge seiner Kappelle, die kleinen Frivolitäten, die an die sexuelle Revolution erinnern sollen, und schließlich ein Feuerwerk der Bühnentechnik, das am Ende auch noch den Nachthimmel verzaubert. Mit einem Augenzwinkern spult er Hits wie "Griechischer Wein", "Die kleine Kneipe in unserer Straße", "Über sieben Brücken musst Du gehn" und zum Schluss "Butterfly" ab. Dazwischen sucht DTK das Bad in der Menge, flirtet zum Entzücken der Fans beim Gang entlang der Festungsmauer mit den blumenbekränzten Damen und lässt sich feiern. Paare liegen sich in den Armen, Freundinnen tanzen, Männer in bunten Seidenhemden singen aus voller Kehle "Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden". – Dieter Thomas Kuhn versteht sein Geschäft. Dreimal war er in Singen, und er will wieder kommen.