Der Hontes im Nebel, Schlittenfahrten auf schneebedeckten Hängen oder im Licht der untergehenden Sonne: Die Projektion privater Fotos von Bürgern weckte bei so manchem Besucher der Finissage zur Ausstellung „HTWL. Der Twiel im Blick“ Erinnerungen. Mit geschichtsträchtiger Burgruine zum Ausflugsziel und Veranstaltungsort geworden, bot der Hohentwiel über fünf Jahrhunderte hinweg auch ein Motiv für Künstler. 

Für das große Interesse am Singener Hausberg sprechen auch die rund 4000 Besucher, die seit Eröffnung im Oktober die Ausstellung im Kunstmuseum gesehen haben. Gezeigt wurden 220 Exponate vom 17. Jahrhundert bis heute, und wie Museumsleiter Christoph Bauer mitteilte, hätten es auch 200 Kunstwerke mehr sein können. Tipps und Hinweise waren noch eingegangen, als die Ausstellung schon eröffnet war.

Anlass war Umgemeindung vor 50 Jahren

Anlass für diese umfangreiche Bilderschau war die Umgemeindung des Hohentwiels von Tuttlingen nach Singen am 1. Januar 1969. Ein Foto aus der Silvesternacht mit dem damaligen Oberbürgermeister Theopont Diez dokumentiert die große Freude der Singener.

Die umfassende Schau mit Leihgaben auch aus der Schweiz und Exponaten aus den Beständen des Stadtarchivs als Kooperationspartner präsentierte höchst verschiedene, fast konträre Darstellungen des Hohentwiels. Sie zeigen, welch unterschiedliches Bild sich die Künstler machten.

Ausflug durch Kunstepochen

Mit großem Interesse folgten die zahlreichen Finissage-Besucher dem Museumsleiter zu einem Spaziergang durch die Ausstellung. Britta Panzer, Leiterin des Stadtarchivs, war krankheitsbedingt verhindert.

Bauer erläuterte Wissenswertes über die geschichtlichen Hintergründen der jeweiligen Zeit und die Künstler, die in ihren Darstellungen die reale Form des Berges teilweise übersteigerten, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Angefangen mit Stichen von Matthias Merian, entstanden um 1643, bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten wurde der Rundgang zu einem Ausflug durch verschiedene Kunstepochen. Im Sommer wird dazu eine Publikation mit Aufsätzen und vielen Abbildungen erscheinen.

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