Die Corona-Pandemie hat die Menschen im Jahr 2020 geprägt, auch in Singen. Vieles konnte nicht stattfinden, vor allem in der Kultur und der Vereinsarbeit. Besondere wichtige Ereignisse gab es dennoch: so wurde im Dezember das neue Einkaufszentrum Cano eröffnet. Im Juni kämpfte die Belegschaft von Karstadt mit Erfolg gegen die Schließung der Filiale. Neben dem Cano hat Singen nun auch einen neuen Busbahnhof bekommen. Ein unvorhersehbares Ereignis war der Brand der Scheffelhalle im November. Viele Menschen möchten, dass die Halle wieder aufgebaut wird.

In der Nacht auf den 17. November ist die Scheffelhalle abgebrannt. Fassungslos kommen am Tag danach (Bild) und auch die Tage darauf viele Bürger und schauen sich das an, was von der altehrwürdigen Halle übrig geblieben ist.
In der Nacht auf den 17. November ist die Scheffelhalle abgebrannt. Fassungslos kommen am Tag danach (Bild) und auch die Tage darauf viele Bürger und schauen sich das an, was von der altehrwürdigen Halle übrig geblieben ist. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Was noch lief vor Corona

Das Jahr fing in Singen zunächst einmal wie gewohnt an. Am 17. Januar kamen fast 1200 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang in die Stadthalle. Auf diesen Anlass müssen die Bürger 2021 komplett verzichten. Oberbürgermeister Bernd Häusler zeichnete in diesem Rahmen Irmgard Schellhammer mit dem Ehrenring der Stadt aus, weil sich sie sich seit über 25 Jahren im Hospizverein und für die Realisierung des stationären Hospizes engagiert hat. Manfred Fluck und Gerhard Bumiller erhielten bei diesem Anlass die Bürgermedaille für ihr Engagement für die Partnerstadt Celje.

Beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Krankenpflegeschule Singen am 4. März wurden verschiedene Aspekte beleuchtet. Rechts neben OB Häusler die Festrednerin Schwester Liliane Juchli, die am 30. November 2020 an den Folgen von Covid19 verstorben ist.
Beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Krankenpflegeschule Singen am 4. März wurden verschiedene Aspekte beleuchtet. Rechts neben OB Häusler die Festrednerin Schwester Liliane Juchli, die am 30. November 2020 an den Folgen von Covid19 verstorben ist. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Krankenpflegeschule beweist ihre Bedeutung

Bereits am 16. Januar überreichte Oberbürgermeister Häusler die Agenda-Preise, unter anderem an den „herzlich Unverpackt-Laden“, der im Mai endlich am Herz-Jesu-Platz eröffnen konnte. Auch die Sportlerehrung gehört zu den Höhepunkten im Januar, nicht jedoch im Jahr 2021. Bei der letzten Ehrung wurden 246 Sportler ausgezeichnet, Harry Olma erhielt den Sportehrenbrief und Roland Brecht wurde für seinen Einsatz im Sportausschuss gedankt. Die Fasnacht verlief noch ganz normal, bis auf den abgesetzten närrischen Ohrwurm, der bis 2019 zwölfmal in der Stadthalle vom SWR durchgeführt worden war.

Schwester Liliane Juchli, die kürzlich im Alter von 87 Jahren an den Folgen von Covid19 verstarb, war am 4. März die Festrednerin bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Singener Krankenpflegeschule. Die Bedeutung der Krankenpflege rückte in der Corona-Pandemie noch stärker in den Mittelpunkt.

Die Karstadt-Schließung ist vom Tisch. Dafür kämpften auch Betriebsratsmitglieder, die für eine Kundgebung Ende Juni ein paar Transparente vorbereitet hatten, die die Situation trefflich wiedergaben.
Die Karstadt-Schließung ist vom Tisch. Dafür kämpften auch Betriebsratsmitglieder, die für eine Kundgebung Ende Juni ein paar Transparente vorbereitet hatten, die die Situation trefflich wiedergaben. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Der erste Lockdown kommt

Ab Mitte März ging dann während des ersten Lockdowns wochenlang nicht mehr viel im gesellschaftlichen Leben. Erst ab Anfang Juni konnten Kulturbetriebe, Sport- und Gaststätten unter besonderen Auflagen wieder öffnen. Im Juni kündigte der Karstadt/Galeria-Konzern an, die Filiale in Singen zu schließen. Doch da hatte er die Rechnung ohne die Belegschaft gemacht. Sie kämpfte mit Unterstützung der Politik und konnte die Schließung abwenden. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Haus, das schwarze Zahlen schreibt, geschlossen werden soll“, hatte Oberbürgermeister Bernd Häusler bei einer Kundgebung im Juni gesagt.

Bei der Eröffnung des Cano-Einkaufszentrums in Singen am 10. Dezember zeigte auch die Polizei Präsenz. Zum einen sollte ein mögliches, aber nicht eingetretenes Verkehrschaos verhindert werden. Zum anderen achteten die Beamten auf die Einhaltung der Corona-Regeln.
Bei der Eröffnung des Cano-Einkaufszentrums in Singen am 10. Dezember zeigte auch die Polizei Präsenz. Zum einen sollte ein mögliches, aber nicht eingetretenes Verkehrschaos verhindert werden. Zum anderen achteten die Beamten auf die Einhaltung der Corona-Regeln. | Bild: Tesche, Sabine

Baustopp verzögert Eröffnung

Beim Bau des Cano kam es wegen eines größeren Corona-Ausbruchs unter den Beschäftigten Anfang November zu einer Verzögerung, sodass das Einkaufscenter erst drei Wochen später als geplant öffnen konnte. 60 von 85 Geschäften gingen vor dem dritten Adventswochenende an den Start. Im Lockdown ab dem 14. Dezember durften nur noch 14 systemrelevante Geschäfte offen bleiben.

Vieles hat sich im Jahr 2020 im Bereich Wohnungsbau getan, zum Beispiel im Hofquartier und am Malvenweg sowie in der Romeiasstraße. Spatenstich hatte im Juli auch die neue DRK-Rettungswache. Personelle Veränderungen gibt es 2021 bei der Singener Feuerwehr. Da der langjährige Kommandant Andreas Egger Kreisbrandmeister wird, wird es bald einen neuen Kommandanten geben. Kurz vor Weihnachten fand eine nicht-öffentliche Vorstellungsrunde potenzieller Kommandanten statt.

Und so geht es im neuen Jahr weiter

Der Brand der Scheffelhalle bewegte im November viele Menschen. Nicht nur der Scheffelhallenförderverein, Narrenvereine und viele Bürger, auch Oberbürgermeister Bernd Häusler möchte einen Wiederaufbau, allerdings mit erweitertem Nutzungskonzept.

Die Bürgerbeteiligung ist Bernd Häusler immens wichtig. Noch vor Corona hatten Bürger im Januar bei einem Workshop über das Mobilitätskonzept diskutiert. „Wir werden voraussichtlich im Januar eine Klausurtagung zum Mobilitätskonzept machen“, sagt Häusler. Er ist stolz auf die Realisierung von Projekten wie dem neuen Busbahnhof und die Innenstadtentwicklung.

Für die Wahl des Oberbürgermeisters am 11. Juli 2021 will Amtsinhaber Bernd Häusler kandidieren. 2021 wird die Abwicklung der Großbaustelle an der Maggistraße/Wehrdstraße im Fokus stehen. Ganz besonders am Herzen liegt Häusler auch die Wiederankurbelung der Kultur sowie der Vereinsarbeit. Beides hat sehr unter der Corona-Pandemie gelitten.

Im Bereich Kitas wird die Stadt rund 3,1 Millionen Euro in 80 neue Betreuungsplätze stecken. In den knapp acht Jahren seiner Amtszeit habe Singen fast 100 Millionen Euro in Kitas investiert, resümiert Häusler.

In der Nordstadt soll 2021 auch der Startschuss für einen neuen Nahversorger erfolgen. Das Projekt mit Markt, Wohnbebauung und Tiefgarage soll in Form eines Investoren- und Betreibermodells realisiert werden.

Investitionen: Schon lange auf der Wunschliste stehen Projekte wie die dreiteilige Sporthalle, die Sanierung des Hallenbads und ein neues Feuerwehrgerätehaus. Dies seien Projekte für die nächste Amtszeit, so Häusler. Ob eine sechsgruppige Kita in der Nordstadt doch 2021 begonnen werden könnte, wird bei den nächsten Haushaltsberatungen diskutiert werden.