Lina Seitzl möchte für die SPD im Wahlkreis Konstanz in den Bundestag gewählt werden. Sie stellte sich nun persönlich im Rahmen der Hauptversammlung des Singener Ortsvereins vor. Die Genossen sind zuversichtlich, dass sie mit der Kandidatin im Wahlkreis 20 Prozent erreichen können – und Lina Seitzl einen Sitz im Parlament bekommen wird.

„Dies ist meine erste Präsenzveranstaltung“, sagte Seitzl zu Beginn. Am vergangenen Wochenende war sie bereits mit Claudia Weber in Überlingen am Ried unterwegs, um sich von Haustür zu Haustür bei den Bürgern vorzustellen. Sie werde bewusst keine Flyer im ganzen Landkreis verteilen lassen. „Ich möchte im Wahlkampf an 10.000 Türen klingeln und meine Ideen zu den Menschen bringen“, so Seitzl. Dem Wahltag am Sonntag, 26. September, sieht sie optimistisch entgegen: „ich denke, dass die SPD 20 Prozent der Stimmen bekommen kann.“ Auch der Vorsitzende des Ortsvereins, Berthold Jörke, ist überzeugt, dass man die Ideen der SPD wieder zu den Menschen bringen müsse.

Auch Bildungsgerechtigkeit ist für die Sozialdemokraten wichtig

Bildungsgerechtigkeit ist dabei eines der Themen von Lina Seitzl (33), die 2008, im Jahr ihres Abiturs, in die SPD eingetreten ist. Als Kind von Eltern, die nicht studiert hatten, habe sie dennoch die Möglichkeit zum Studium gehabt. Doch generell hätten Kinder von Eltern, die studiert hätten, oftmals bessere Bildungschancen. Sie wies aber auch darauf hin, dass der Mindestlohn nach dem Willen der SPD von derzeit 9,88 Euro auf 12 Euro erhöht werden soll. Außerdem möchte die SPD 400.000 Wohnungen im Jahr bauen, davon ein Viertel sozial geförderte Wohnungen.

Das Thema Wohnen und insbesondere das des bezahlbaren Wohnraums treibt aber auch die Genossen vor Ort um, wie schon Berthold Jörke betonte. „Wir haben in Singen zwar viele neue Wohnungen, aber die meisten sind hochpreisig“, sagte die Fraktionsvorsitzende Regina Brütsch. Bei günstigen Wohnungen müsse man unbedingt noch nachbessern.

Lina Seitzl kandidiert im Wahlkreis Konstanz für die SPD und ist zuversichtlich, dass sie es schafft, einen Sitz zu bekommen.
Lina Seitzl kandidiert im Wahlkreis Konstanz für die SPD und ist zuversichtlich, dass sie es schafft, einen Sitz zu bekommen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Besonders brisant ist die geplante Verdichtung im Bruderhofgebiet. Die SPD hatte sich kürzlich mit Anwohnern vor Ort getroffen. Zu diesem Thema meldete sich auch Manfred Bassler, langjähriger Stadtrat, zu Wort. „Als Anwohner habe ich mich bisher zurückgehalten. Als Gemeinderat war ich immer für Verdichtung, doch was hier geplant ist, ist eine Missgeburt und wird zu einer Katastrophe führen“, sagte er. Es gebe jetzt schon viel zu wenige Parkplätze und die Wohnqualität werde sicher schlechter, wenn die Planungen der Baugenossenschaft Hegau so umgesetzt werden sollten.

Beschlossen ist das alles aber noch nicht. Im Frühjahr war ein städtebaulicher Rahmenvertrag zwischen der Stadt und der Baugenossenschaft unterzeichnet worden. In diesem Vertrag wird festgelegt, ob ein Architektenwettbewerb durchgeführt wird, falls der Gemeinderat einer Bebauungsplanänderung zustimmt. Wichtig sei auf jeden Fall, dass die Bürger des Bruderhofgebiets beteiligt werden, so Regina Brütsch: „Wenn wir mehr wissen, werden wir nochmal das Gespräch mit den Anwohnern suchen“.

Ansprechpartner für die Menschen der Region

Der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz blickte kurz auf das Ergebnis bei der Landtagswahl zurück. Die Freude über den Erfolg, wieder in den Landtag gewählt worden zu sein, sei etwas getrübt worden, weil die Stimmenzahl zurückgegangen sei: „Ich möchte ein Ansprechpartner für die Menschen der Region sein.“ In seinem Büro in der Ekkehardstraße 12 könne jeder seine Anliegen vorbringen.

Im Rahmen der Versammlung übergab der Kreisvorsitzende Urkunden und Ehrennadeln an langjährige Mitglieder. Regina Brütsch, die er als „Gesicht der SPD“ bezeichnete, ist seit den 1990ern Mitglied und erhielt die Ehrung für 25 Jahre. 10 Jahre dabei sind Gabi Eckert, Hans-Peter Storz und Rita Jeske-Pless.