„Die letzte Seite des ersten großen Kapitels in eurem Leben wird heute geschrieben – Abi!“ Als Schulleiterin Sabine Beck vor der Abiturzeugnisübergabe diese Worte sprach, gab es Jubelschreie der 106 Absolventen der Friedrich-Wöhler-Gymnasiums (FWG) in Singen, die nun das Abitur in der Tasche und damit die allgemeine Hochschulreife erworben haben. Die hohe Emotionalität dieser Feier war förmlich mit Händen zu greifen, denn sie bedeutet sowohl Abschied von der Schule und gleichzeitig Aufbruch ins Neue, in eine Berufsausbildung, ins Studium oder vielleicht auch erst einmal ins Freiwillige Soziale Jahr.

Aufbruch ins Neue

Die Metapher, die bei dieser Entlassungsfeier von vielen Rednern aufgegriffen wurde und diesen Aufbruch ins Neue und Ungewisse umschreibt, hatten die Abiturienten mit ihrem Abistreich selbst geliefert, als sie mit vielen Tausend selbst gefalteten Papierschiffchen die Eingangshalle ihres Gymnasiums unbegehbar gemacht hatten. Auch die Bühne, die zur feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse aufgebaut war, schmückten große und kleine Papierschiffe, wobei auf zweien die Bilder der Abiturienten abgebildet waren.

Schulleiterin: Den perfekten Weg gibt es nicht

Schulleiterin Sabine Beck nahm bei ihrer Ansprache die Vorlage ihrer Absolventen gerne auf und sprach ihnen Mut zu, sich auf die große Fahrt ins Ungewisse einzulassen, sich wie Kolumbus auf Entdeckungsfahrt zu begeben. Doch sie warnte auch vor den Klippen und Untiefen, die es gelte, rechtzeitig zu erkennen und zu umschiffen. Umwege seien normal, wie sie erläuterte und sie sollten nicht ihr Leben darauf verwenden, nach dem perfekten Weg zu suchen, den es so gar nicht gebe. Auch die Vorsitzende des Elternbeirats Esther Hall-Andes rief den Absolventen zu: „Volle Fahrt voraus, das offene Meer mit unendlichen Möglichkeiten liegt vor euch!“ Jeder müsse Steuermann seines eigenen Lebens sein und sich auf seine Stärken und Wurzeln besinnen. Sie wünsche allen Durchhaltevermögen, die Stürme des Lebens zu überstehen.

Mensch ist nicht nur Wirtschaftsfaktor

Auch die Singener Bürgermeisterin Ute Seifried gratulierte den Abiturienten zum erfolgreichen Abschluss. Sie dankte auch den Lehrkräfte für deren Einsatz. Die beruflichen Aussichten für die Neueinsteiger seien so gut wie nie, Unternehmen suchten motivierte Mitarbeiter. Allerdings sei der Mensch nicht nur ein Wirtschaftsfaktor. Bildung bedeute auch, sich selbst neue Welten zu erschließen. Einer der Höhepunkte der Entlassungsfeier war die Rede der diesjährigen Scheffelpreisträgerin Mareike Duscha, die sich prosaisch mit ihrer Schulzeit auseinandersetzte, wobei sie den Bogen vom ersten Schultag im September 2011 am FWG bis zum Schreiben der Abiprüfungen acht Jahre später spannte. Humorig war ihr Vortrag zudem und nachdem sie geendet hatte, verließ sie unter dem Jubel der anderen Absolventen die Bühne.

Festlicher musikalischer Rahmen

Zum Schluss sprach Tanja Dehn vom Förderverein und gab dabei Sinnsprüche, die sie so liebe, zum Besten, wie zum Beispiel: „Das Passwort fürs Leben heißt Humor.“

Für den gelungenen festlichen musikalischen Rahmen sorgte das Orchester des Gymnasiums unter der Leitung von Monika Blaser-Epple sowie der Schulchor „Concerto Wöhler“ unter der Leitung von Walter Müller-Fahlbusch und Florian Götzeler.