Ajatollah Chomeini wird Machthaber im Iran, der Schah flieht nach Amerika. Margaret Thatcher ist Britanniens neue Premierministerin, John Wayne stirbt und Papst Johannes Paul der Zweite reist zum ersten Mal nach Polen zurück. Ja, das Jahr 1979 war ereignisreich. Auch in Singen, wie Heinrich Holl, der Vorsitzende des Constellium Betriebsrats, den anwesenden Jubilaren während der Feier im Konstanzer Inselhotel Steigenberger in Erinnerung rief: „In Ihrem Einstellungsjahr fiel am 3. Mai ein 47 Meter hoher Kran, der am Kesselhaus installiert werden sollte, quer über die Werkstraße und die Gleise.“

Dass das Jahr 1979 nicht nur für die 31 Mitarbeiter, die zu dieser Zeit ihre Arbeit bei Alusingen antraten, einen Neuanfang bedeutete, zeige sich auch darin, dass sich Geschäftsleitung und Betriebsrat in jener Zeit erstmals intensiv mit dem Thema Alkoholmissbrauch auf dem Werksgelände auseinander setzten. Außerdem habe man damals begonnen, ernsthaft über Energiesparen nachzudenken, berichtete Holl.

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Geschäftsführer Jochen Chwalisz betonte in seiner Festrede den Wandel, den die Jubilare im Laufe ihrer zusammengerechnet 1010 Jahre als Mitarbeiter miterleben konnten. Die vielleicht nächste größere Veränderung: „Das neue Presswerk mit der neuen Presse, das wir gerade aufbauen.“ Zudem habe man dieses Jahr die gewerbliche Ausbildung ausgebaut und sechs neue Stellen geschaffen, freute sich der Geschäftsführer.

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Dass das Unternehmen im Jahr 2019 selbstbewusst in die Zukunft blicken kann, war vor einem Vierteljahrhundert nicht unbedingt abzusehen. Das wurde aus der Worten deutlich, mit denen sich Heinrich Holl schließlich an die 15 Jubilare wandte, die für ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt wurden. „Die Arbeitslosigkeit lag 1994 bei 8,9 Prozent, im Osten sogar bei 17,1 Prozent“, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Die schwierige Lage in der Aluminiumindustrie habe damals dazu geführt, dass die LMG Essen, eine Tochtergesellschaft von Alusingen, zum 1. Januar geschlossen wurde. In Singen setzte man die Hoffnungen in das Thixoforming-Verfahren, welches Holl rückblickend jedoch als Millionengrab bezeichnete. Gerade noch sei es 1994 gelungen, 200 Arbeitsplätze zu retten - unter anderem, indem das Unternehmen damit anfing, Samstagsarbeit nicht mehr länger als Mehrarbeit zu honorieren.

Geht es nach den 25-jährigen Jubilaren, dann muss das nächste Vierteljahrhundert bei Constellium sicher nicht mehr ganz so ereignisreich weitergehen, wie das erste begonnen hat.

Die Jubilare: Diesen Mitarbeitern dankt Constellium für ihre Treue

  • Bei 31 Jubilaren bedankte sich Constellium bei der Feier im Steigenberger Inselhotel für ihre 40-jährige Betriebszugehörigkeit: Saverio Schena, Yahya Kabak, Franco Russo, Horst Buttgereit, Hubert Wetzel, Enrico Cantagalli, Sigrid Penninger, Janette Knippenberg, Andrew Mitchell, Ayhan Seyhan, Siegmund Lesch, Marlies Bosch, Udo Braun, Egon Mayer, Adalbert Maier, Senol Köleoglu, Elmar Freund, Klaus Ritzi, Wilfried Schurhammer, Dirk Hübner, Ralf Jäck, Andreas Kaiser, Wolfgang Durlacher, Joaquim Cipriano dos Santos, Franco Carleo, Egon Muscheler, Alfred Niedballa, Günter Waldraff, Joachim Matt, Mesut Parlak und Salvatore Longhitano.
  • Bereits 25 Jahre arbeiten 15 Jubilare bei Constellium, denen das Unternehmen ebenfalls dankte: Marian Schilinski, Robert Dürr, Gudrun Küster, Viktor Neumann, Eugen Poluektow, Giovanni Caiazzo, Italo Nesci, Vincenzo Muro, Heinrich-Edmund Sambor, Andreas Horand, Petru-Constanti Freiheit, Stefan Bier, Victor Luzio, Giuseppe Messana und Saran Sefaattin.
  • Der Betrieb: Bereits seit 1912 wird in Singen Aluminium verarbeitet. Heute ist Constellium Singen mit circa 2200 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen im weltweiten Konzernverbund der Constellium Gruppe. Mit seinen Produkten beliefert das Unternehmen die Märkte Verkehrstechnik, Automobil- und Maschinenbau, Elektrotechnik sowie den Bausektor. Die Produktion im Hegau gliedert sich auf in das Walzwerk, den in Gottmadingen ansässigen Automotive-Sektor und das Presswerk.