Die Strecke, die die Fahrgäste des Bürgerbusses bis zur nächstgelegenen Haltestelle hinter sich bringen müssen, wird für viele Bürger wohl etwas länger werden. Der Bürgerbusverein erstellt gerade ein neues Konzept für den Fahrdienst. Künftig soll nur noch eines der beiden Fahrzeuge auf Tour sein.

Das macht eine Veränderung der Linienführung, der Taktung und der Anzahl der Haltestellen notwendig. Von Letzteren sollen weniger angefahren werden. Mit der geplanten Neuorientierung ist aber auch eine große Verbesserung verbunden.

Linie bis zum Berliner Platz

Der Bürgerbusverein will mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung versuchen, eine Linien-Anbindung an den Berliner Platz in Singen zu erreichen. Dort könnten die Nutzer dann direkt in die Stadtbusse nach Singen umsteigen. Dies legte der Vorstandssprecher des Vereins Karl Geigges dem Gemeinderat dar.

Der Hintergrund: Im vergangenen Spätsommer wurden an beiden Bürgerbussen größere Reparaturen erforderlich. Damals hatte die Gemeindeverwaltung an die Durchführung der teuren Arbeiten eine Bedingung geknüpft.

Und zwar, dass der Bürgerbusverein dem Gemeinderat bis Mitte des laufenden Jahres ein neues Konzept vorlegt. Die Kosten für die Reparaturen beliefen sich auf 27.000 Euro. Damit erhöhte sich das Jahresminus, das der Bürgerbus einfuhr, auf 55.000 Euro.

Ressourcen besser einsetzen

Dass der Gemeinderat in jedem Fall hinter dem Bürgerbus steht, war der Diskussion im Rat eindeutig zu entnehmen. Das Gremium ist sich darüber klar, dass der Bürgerbus als soziales Projekt nicht kostendeckend betrieben werden kann.

Dennoch wirft dieses schlechte Ergebnis die Frage auf, ob man nicht rentabler arbeiten könnte. Mit den anvisierten Änderungen soll erreicht werden, dass stets einer der behindertengerecht umgebauten Kleinbusse als Ersatz- und Reservefahrzeug bereit steht und der Linienbetrieb zuverlässig aufrecht erhalten werden kann.

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Die beiden Busse der Marke Fiat haben sich auf den gegebenen Kurzstrecken und mit dem notwendigen Stop-and-Go-Betrieb unerwartet störanfällig gezeigt. Die halbautomatischen Getriebe sind dafür nicht geeignet.

Corona ist nicht nur in Gastzahlen spürbar

Die beiden zurückliegenden Corona-Jahre haben die Bedingungen für den Bürgerbus und seinen Betreiber-Verein stark erschwert. In den Jahren 2018 und 2019 wurden je knapp 11.000 Personen befördert. In den drei Monaten, in denen der Bus 2020 verkehrte, sank die Zahl der Passagiere deutlich – auf 2300.

In den acht Betriebsmonaten des Jahres 2021 stieg sie dann wieder etwas: auf 3100 Personen. Ab April 2020 standen die Kleinbusse dem Helferkreis zur Verfügung. Damit wurden Hol- und Bringdienste für Rielasinger Bürger erledigt, die wegen Quarantänemaßnahmen ihre Einkäufe nicht selbst machen konnten.

2021 konnte dann ein Halbtagslinienbetrieb wieder aufgenommen werden. Für einen Ganztagsbetrieb stehen aktuell auch weiterhin zu wenige der ehrenamtlichen Fahrer zur Verfügung.