Das Zuhause und der Arbeitsplatz des Landwirtes Alexander Schlenker wirken idyllisch. Hündin Luna fordert ihre Streicheleinheiten ein, in den blühenden Kornblumen sitzt ein Distelfink, Vögel zwitschern, der Hahn kräht, es gibt junge Katzen und im Obst- und Gemüsegarten wachsen süße rote Erdbeeren. Dahinter stecken aber eine große Verantwortung und viel Arbeit.

Für Alexander Schlenker ist es trotzdem ein täglicher Genuss, wie er erzählt. Der junge Bauer lebt seit 33 Jahren auf dem Hof am Rande von Rielasingen, ist hier aufgewachsen und übernahm vor ein paar Jahren den Betrieb seiner Eltern. Nach einer betrieblichen Umstrukturierung liegen heute die Schwerpunkte auf Marktfruchtbau und der eigenen Vermarktung des Getreides. Insgesamt bestellt Alexander Schlenker eine Fläche von etwa 100 Hektar größtenteils mit Mais und Getreide.

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Alexander Schlenker setzt sich für seinen Berufsstand ein und vertritt die Interessen der Bauern vor Ort. Er engagiert sich als Vorsitzender des 25 Mitglieder zählenden Ortsvereines des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), der Interessen- und Standesvertretung der Bauern. Früher seien die Menschen viel enger mit der Landwirtschaft verknüpft gewesen, so Schlenker. Jeder habe jemanden gekannt, der Bauer war oder Ahnung davon hatte.

Bezug zur Landwirtschaft fehlt

Heute fehle oft der Bezug zur regionalen Landwirtschaft. „Wenn man etwas nicht kennt, dann sieht man es nicht“, so der Landwirt. Deshalb möchte er in der Bevölkerung um ein besseres Verständnis für die wichtige Arbeit der Landwirte werben.

Immer wieder gebe es Touristen oder Spaziergänger, die Kulturen aber auch Wildtiere stören. Manche laufen zum Beispiel immer wieder mal querfeldein oder lassen Müll sowie Hundekotbeutel zurück, berichtet der Landwirt. Das ärgert ihn.

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Auch an die Bundespolitik formuliert Schlenker einen deutlichen Wunsch: verlässliche und klare Ansagen. Entscheidungen dürften nicht nur für eine Legislaturperiode getroffen werden. Die Landwirte bräuchten eine langfristige Planungssicherheit.

Landwirt Alexander Schlenker prüft den Weizen, der bald in die Blüte kommen wird.
Landwirt Alexander Schlenker prüft den Weizen, der bald in die Blüte kommen wird. | Bild: Sandra Bossenmaier

Nicht die Rendite im Vordergrund

Bei der Arbeit der Bauern stehe nicht die Rendite im Vordergrund, sondern nachhaltiges Wirtschaften um das wertvollste Gut, den Grund und Boden zu erhalten – insbesondere auch für die nächste Generation, sagt Schlenker. „Die Natur gibt uns die Rendite vor“, ergänzt er.

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Für Alexander Schlenker ist sein Beruf heute der schönste, den er sich vorstellen kann. Ursprünglich lernte er einen anderen, stieg aber nach und nach in den Betrieb der Eltern ein, bevor er diesen übernahm. Wenn er heute am Morgen aus seinem Schlafzimmerfenster auf den direkt davor liegenden Weizenacker sieht, freue er sich. Als zusätzliches Standbein baute er sich ein Lohnunternehmen auf. Auch wenn er sich mit viel Bürokratie rumschlagen müsse sei Landwirt der schönste Beruf für ihn. Man sei sein eigener Chef und arbeite mit der Natur und den Jahreszeiten, trage jedoch eine große Verantwortung.