Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung ist es ungewöhnlich, dass sich mehrere Personen aus verschiedenen Haushalten versammeln. Im Falle von Wolfgang Gedeons Polit-Abend aber zulässig. Auch wenn die örtliche Behörde ein Verschieben der Veranstaltung erbeten hatte, war es dem Landtagsabgeordneten Gedeon wichtig, diese politische Versammlung abzuhalten. Für ihn sei dies auch ein Test dafür, wie weit Bürgerpolitik in der aktuell stark eingeschränkten Zeit überhaupt noch möglich sei. Es sei wichtig, die Glut zu erhalten, im Falle des Polit-Abends waren das Gedeons medizinischen und politischen Positionen zu Corona und Politik. Würde man alles einschlafen lassen, würde dies nur die allgemeine Resignation verstärken, so Gedeon.

Beim Betreten des Veranstaltungsraumes verlief alles im vorgeschriebenen Rahmen. Desinfektionsmittel, ein Schild mit Hinweis auf Maskenpflicht und Abstandsregel und eine Liste, die jeden Besucher protokollierte, waren vorbereitet. Dies sei abschreckend, fand Gedeon. Denn wer wolle schon auf einer Liste stehen, die besagt, auf seinem Polit-Abend gewesen zu sein, so der umstrittene ehemalige AfD-Abgeordnete, der seit seinem Rauswurf aus der AfD parteilos ist.

Polizei prüft Atteste

Der Einladung waren rund 20 Personen gefolgt. Davon waren auffallend viele vom Tragen einer Maske per ärztlichem Attest befreit, was vor Betreten des Raums von zehn Polizisten auf Korrektheit geprüft wurde. Im Zusammenhang mit den Attesten wehrte sich Gedeon deutlich gegen einen möglichen Vorwurf, Gefälligkeitsatteste ausgestellt zu haben. Kein einziges hätte er ausgestellt, damit wäre er ja erpressbar geworden. Gedeon kritisierte unter anderem die Medien und ein seiner Meinung nach falsches Konzept im Kampf gegen Corona. Unter anderem würde das Tragen einer Maske nichts bringen, sondern nur individuell schaden. Bei etlichen Teilnehmern verrutschten im Verlauf des Abends individuell die Gesichtsmasken. Gedeon selbst durfte als Redner seine Maske ablegen.